Saison startet ohne russische und belarussische Biathleten

Die russischen Biathleten bestreiten gerade ihre eigenen Wettkämpfe im kalten Chanty-Mansijsk. Sie bleiben aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine vom Weltcup ausgeschlossen.
Johannes Kühn aus Deutschland in Aktion auf der Strecke. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die russischen Biathleten machen gerade ihre eigenen Wettkämpfe, im fernen Sibirien.

Beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti am Dienstag mit dem Einzel der Männer (13.15 Uhr/ARD und Eurosport) fehlen sie ebenso wie die Belarussen. «Das komplette Athleten-Komitee steht hinter der Entscheidung der IBU», sagte Johannes Kühn, der einer der Athletensprecher ist.

Denn die Teams aus Russland und Belarus fehlen. Sie bleiben wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine bis auf Weiteres weiter von den Wettbewerben ausgeschlossen, wie der Weltverband IBU beschloss. Auch die beiden nationalen Verbände bleiben außen vor, bis sie sich «eindeutig vom Krieg distanzieren und sicherstellen, dass keiner ihrer Funktionäre oder Athleten aktiv im russischen Militär tätig ist». Das wird aber nicht passieren. Schon in der Vorsaison wurden Russen und Belarussen nach dem Einmarsch am 24. Februar in die Ukraine suspendiert. Die Russen und Belarussen klagen dagegen, wann eine Entscheidung fällt, ist offen.

«Ich sehe auch immer jeden einzelnen Sportler, unabhängig von seiner Nationalität. Nicht jeder Russe kann was dafür, dass die Situation so ist, wie sie ist. Letztendlich bestraft man auch einzelne Menschen für etwas, wofür sie überhaupt nichts können», sagte Rekordweltmeisterin Magdalane Neuner (35) der Deutschen Presse-Agentur. «Aber Sport ist eben auch politisch. Ich möchte diese Entscheidung nicht treffen.»

Natürlich müsse man sich Gedanken über eine Rückkehr machen, «aber der einfachste Weg zurück wäre, wenn einfach der Krieg beendet werden würde. Dann kämen sie am schnellsten wieder zurück», sagte Kühn.

Auch sein Teamkollege Benedikt Doll hält den Ausschluss für richtig. Sport sei eben auch ein politisches Thema und diene zur Propaganda. «Da finde ich es schon richtig, dass internationale Verbände ihnen nicht die Bühne geben», sagte der 32-Jährige, der aber auch die Einzelschicksale der betroffenen Sportler im Blick hat. «Für den Athleten selbst ist es schade. Der trainiert viel dafür, der investiert viel dafür und darf dann nicht starten. Mich würde es auch schmerzen, wenn ich nicht starten darf, weil mein Land in den Krieg zieht», sagte der Ex-Weltmeister.

© dpa
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