RTL sichert sich TV-Rechte für NFL 

Die National Football League bekommt im kommenden Jahr in Deutschland eine neue TV-Heimat.
Die National Football League bekommt im kommenden Jahr in Deutschland eine neue TV-Heimat. © Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

Die RTL-Gruppe sicherte sich ein umfangreiches Rechtepaket der amerikanischen Profiliga NFL und löst damit nach mehr als zehn Jahren ProSiebenSat.1 ab. Der Vertrag gilt nach Angaben des Kölner Senders von der Saison 2023/24 an für insgesamt fünf Spielzeiten.

Die Sendergruppe bietet nach eigenen Angaben rund 80 Live-Übertragungen pro Saison. Bis zu drei Spiele pro Woche laufen ab 2023 auf den frei zu empfangenden Fernsehsendern RTL und Nitro. Eine weitere Partie gibt es auf dem kostenpflichtigen Internetangebot RTL+. «Ergänzt wird das üppige Sportrechtepaket von umfangreicher Highlight- und Rahmenberichterstattung über alle Plattformen», heißt es in einer Mitteilung. «American Football ist nach Fußball die beim 14- bis 49-jährigen Publikum begehrteste Sportart hierzulande.»

RTL-Geschäftsführer Henning Tewes kommentierte: «Mit dem Erwerb der NFL-Rechte stärken wir unsere Programme nachhaltig über viele Jahre.» Enttäuscht zeigte sich ProSiebenSat.1. Sportchef Alexander Rösner sagte: «Wir bedauern, dass die NFL unser Angebot, die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter fortzusetzen, nicht angenommen hat.»

Auch DAZN wird weiterhin die NFL übertragen. Der kostenpflichtige Internet-Sender verlängerte den bereits bestehenden Kontrakt und zeigt nach eigenen Angaben die gesamte Regular Season und die Playoffs.

Für ProSiebenSat.1 ist der RTL-Deal ein schwerer Schlag. Das Medienunternehmen hatte mit American Football bei mehreren Sendern große Quoten-Erfolge erzielt und sich ein jugendliches Stammpublikum erarbeitet. ProSiebenSat.1 habe «in den vergangenen zehn Jahren die Nischensportart American Football in Deutschland zum erfolgreichen Sportformat für die Prime Time etabliert», sagte Sportchef Rösner.

Nach dem letzten Super Bowl in der ARD erreichte der zunächst zuständige Sender Sat.1 im Februar 2012 0,87 Millionen Menschen: Die Zuschauerzahlen haben sich danach mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 1,84 Millionen Menschen sahen zuletzt Mitte Februar das Endspiel bei ProSieben. Vor allem bei der aus Werbesicht wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen stiegen die Marktanteile der NFL-Übertragungen bei ProSieben und dem Schwestersender ProSiebenMaxx.

© dpa
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