Nach den «Scheißfragen»: Kroos antwortet über 90 Promis

Am Ende kommt sie wieder, diese Frage. Nun reagiert Toni Kroos anders. Knapp drei Monate nach dem «Scheißfragen»-Interview spricht der Ex-Weltmeister aber nicht nur über Fußball.
Hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nie bereut: Toni Kroos. © Frank Augstein/Pool AP/dpa

Toni Kroos lacht und findet sie nun auch absolut ok. Die Frage, die nach dem Champions-League-Finale für viel Aufsehen gesorgt hatte. Sie sei aber «auch wirklich selbstbeantwortend», betont Kroos diesmal noch.

Nach dem erneuten Triumph mit Real Madrid durch den Endspielsieg gegen den FC Liverpool hatte das etwas anders geklungen. 90 Minuten Zeit für vernünftige Fragen hätte der Reporter gehabt, hatte Kroos betont: «Und dann stellst Du mir zwei so Scheißfragen.» Anlass genug, nun über 90 prominente Menschen Fragen an den mittlerweile 32 Jahre alten Fußball-Star stellen zu lassen.

Kroos über Höhe- und Tiefpunkte seiner Karriere

Und Kroos, in dessen Stiftung ein Teil der Einnahmen durch das sogenannte «#90Kroos Das Charity Interview» fließt, gibt sich mal ernsthaft, mal humorvoll. Er spricht über Höhe- und Tiefpunkte seiner bis jetzt schon so erfolgreichen Karriere, über Privates, wie auf eine Frage der ehemaligen Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann zur Nervosität bei seinem Heiratsantrag. «Aber nicht, was die Antwort betrifft (lacht). Da sollte man sich ja sicher sein, bevor man fragt. Aber ich war nervös, ob mein Plan auch aufgeht.»

Er hatte seinem Sohn damals einen Body angezogen mit dem Aufdruck 'Willst Du Papa heiraten?'. Dann habe er seine jetzige Frau Jessica unter einem Vorwand hochgerufen. Kroos spricht aber auch über Politisches oder über «Eier» in einem Gespräch mit Uli Hoeneß. Passiert vor fast zehn Jahren. Hoeneß habe ihn damals, Kroos spielte beim FC Bayern, «auf seine bekannt emotionale Art» abgefangen und gesagt: «Das, was dein Berater fordert, ist ne‘ absolute Frechheit. Fang‘ den mal wieder ein.»»

Kroos, damals 23 Jahre alt, antwortete Hoeneß nach eigenen Angaben: ««Das fordert nicht mein Berater, das fordern wir. Und das wird sich auch nicht ändern.» Man kennt ja den Uli. Ich gebe zu, das hat in der Situation schon «Eier» erfordert...», erzählte Kroos, der im Sommer 2006 von Hansa Rostocks Junioren zum FC Bayern gewechselt war. Dort spielte der gebürtige Greifswalder bis zu seinem Wechsel im Januar 2009 zu Bayer 04 Leverkusen. Nach anderthalb Jahren aber kehrte Kroos zurück nach München. Im Sommer 2014 wechselte er nach der Krönung zum Fußball-Weltmeister zu Real Madrid. Mit den Königlichen holte er viermal die Champions League, einmal hatte er sie mit den Bayern gewonnen.

Auf dem Platz fehlerfrei. «Auch im Straßenverkehr?»

Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft vor gut einem Jahr hat er übrigens nie bereut. Seitdem habe es keinen Moment gegeben, «wo ich an der bewusst getroffenen Rücktrittsentscheidung gezweifelt» hätte, sagte Kroos - 106 Länderspiele bestritt er für Deutschland, das letzte am 29. Juni 2021 im Achtelfinale der EM. Mit einem 0:2 gegen England im Wembley-Stadion war die deutsche Mannschaft im ersten K.o.-Spiel ausgeschieden. «Ich selbst hatte bereits nach der WM 2018 intensive Rücktrittsgedanken und habe dazu viele Gespräche mit Jogi Löw geführt», betonte Kroos in einer weiteren Antwort. «Dass die EM mein letztes Turnier wird, stand seit 2018 fest.»

Auf dem Platz sei Kroos ja nahezu fehlerfrei. «Auch im Straßenverkehr?», fragte der ehemalige Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg in dem Projekt des Journalisten und Medienunternehmers Oliver Wurm, in dem Stars aus der Showbranche, aus dem Sport oder auch aus den Medien die Fragen stellten. «Klares «Nein.»'», antwortete Kroos. «Aber stark verbessert.» Der letzte Unfall sei eine Weile her. Und es sei auch noch nie etwas Großes passiert.

«Wobei es natürlich darauf ankommt, wie man «groß» definiert. Die Autos waren schon das ein oder andere Mal nicht mehr weiterfahrwürdig. Aber verletzt hat sich da nie jemand.» Es seien meist leichte Auffahrunfälle gewesen. Stauenden seien nicht so seins, meinte Kroos, der wiederum dem Psychologen und Autoren Leon Windscheid sagte, dass es «nicht so richtig viele Dinge» gebe, «wo ich das Gefühl habe, das ich mich schäme». Dass er als Fußballer eines so großen Clubs wie Real auch berühmt sei und auf der Straße erkannt werde, sei ihm aber unangenehm.

© dpa
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