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Bewährungs-Woche: Japan und Frankreich fordern Flick-Team

Was hat der Bundestrainer da wohl gedacht? Deutschland-Schreck Asano trifft vorm brisanten Wiedersehen für Japan. Flick bekommt Kader-Zustimmung aus Leipzig.
Hansi Flick
Steht unter Beobachtung: Bundestrainer Hansi Flick. © Bernd Thissen/dpa

Beim finalen Blick auf die Form seiner Nationalspieler wird Hansi Flick am Bundesliga-Wochenende sicherlich auch mal aufgestöhnt haben.

Die bittere Vergangenheit holte den Bundestrainer schon vor dem Start in seine auch persönliche Bewährungswoche mit den kniffligen Fußball-Länderspielen gegen Japan und den WM-Zweiten Frankreich ein. 

Deutschland-Schreck Takuma Asano, der vor einem Dreivierteljahr mit seinem Siegtor zum 2:1 für Japan das blamable deutsche WM-Aus in Katar eingeleitet hatte, schickte zwei Tor-Grüße beim Bochumer 2:2 in Augsburg an Flick. Und Asanos Teamkollege Ko Itakura traf dann auch noch für Borussia Mönchengladbach beim 1:2 gegen den FC Bayern. Flick ist also gewarnt vor dem gefährlichen Start in die EM-Saison - die Japaner scheinen bereit. 

Das Druck-Level ist jedenfalls enorm, wenn der 58-Jährige seine zunächst 23 Akteure am Montagabend im Wolfsburger Teamhotel versammelt. Bayern-Star Jamal Musiala soll nach einem Muskelfaserriss zum Frankreich-Spiel dazustoßen. «Wir haben etwas gutzumachen, das weiß jeder Einzelne, der eingeladen ist», sagte Flick nach inzwischen vier sieglosen Spielen.

Klares DFB-«Ja» pro Flick 

Viele Fans und auch Experten fragen längst: Ist Flick noch der Richtige auf dem Weg zur Heim-Europameisterschaft 2024? Der Bundestrainer selbst glaubt das. Und auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler beantworteten die Frage nach den Juni-Flops gegen die Ukraine (3:3), Polen (0:1) und Kolumbien (0:2) weiterhin mit «Ja». 

Flick hat bei der Personalauswahl reagiert und einige etablierte Akteure wie den Münchner Leon Goretzka oder Leipzigs Angreifer Timo Werner aussortiert. Von den Eingeladenen um Rückkehrer Niklas Süle erwartet er eine positive Reaktion, Hingabe und Topleistungen. «Die Gespräche mit den Spielern machen mir schon sehr viel Mut und lassen mich positiv in den September schauen. Jeder will zeigen, dass wir besser sind als das, was wir zuletzt gezeigt haben», sagte Flick. Er muss jetzt liefern. «Ergebnisse zählen immer. Siege bestätigen einen und schenken Vertrauen», sagte Flick. Auch neues Vertrauen in ihn als Trainer. 

Zuspruch von Eberl

Zuspruch - auch zur Kaderzusammenstellung - gab es für Flick aus der Bundesliga. Obwohl die Leipziger Werner, Lukas Klostermann und David Raum nicht eingeladen wurden, fand das die volle Zustimmung des Leipziger Sportvorstandes Max Eberl: «Genau so muss nominiert werden, wo es nach Leistungen geht, dem ist Hansi Flick momentan auch gefolgt», sagte Eberl am Sonntag bei Bild-TV. 

Eberl führte jedoch auch ein Aber an, und zwar zum Zickzackkurs des Bundestrainers. «Ich glaube, Hansi versucht sehr, sehr viel – wenn ich das von außen betrachte. Manchmal vielleicht zu viel, man verheddert sich ein bisschen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo du ein Gerüst finden musst, das war immer die Qualität.» Eine «Kernmannschaft» zu finden, hat Flick tatsächlich nach den missglückten personellen und taktischen Experimenten im ersten Halbjahr zum «Schwerpunkt» des ersten DFB-Lehrgangs in der EM-Saison erklärt.

Goretzka noch immer enttäuscht

Goretzka wiederholte nach dem Bayern-Sieg in Gladbach derweil seine Enttäuschung über seine Ausbootung. Er findet seine Reaktion «legitim», mit Flicks Entscheidung habe er «nicht gerechnet». Das Verhältnis zu Flick sei aber nicht gestört. «Wir schätzen einander.» 

Beim FC Bayern habe es sich in einer ähnlichen Situation während der Saisonvorbereitung auch ausgezahlt, «dass man bei sich bleibt und nicht verrückt machen lässt». Der 28-Jährige glaubt zu wissen, was er für ein DFB-Comeback zu tun hat: «Wenn man es runterbricht: Einfach besser spielen.» Das gilt im übrigen auch für Flicks Auserwählte am kommenden Samstag in Wolfsburg gegen Japan und drei Tage später in Dortmund gegen Frankreich.

© dpa ⁄ Klaus Bergmann und Jan Mies, dpa
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