Olympiasiegerin Mihambo findet Russland-Sanktionen «legitim»

Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo sieht den Ausschluss von russischen Athleten bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften als «legitimen» Schritt an.
Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

«Auf persönlicher Ebene ist das sehr bedauerlich. Ein Sportlerleben ist kurz und jeder Sportler möchte die Zeit bestmöglich nutzen. Das ist tragisch für den Einzelnen. Zumal für die, die mit dem politischen System Russlands wenig Kontakt haben», sagte Mihambo in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

«Aber hier überwiegt das große Ganze. Natürlich ist der Sport auch eine Bühne, die innenpolitisch instrumentalisiert werden kann, und ich finde es richtig, diese Bühne für Russland deutlich zu minimieren. Dass der Sport daher russische Athleten ausschließt, finde ich legitim», sagte die 28-Jährige. Die WM findet vom kommenden Freitag bis zum 24. Juli in Eugene/USA statt. Vom 15. bis 21. August folgt dann die EM in München.

Mihambo in Kontakt mit ukrainischer Kollegin

Mihambo hat Kontakt zu ihrer ukrainischen Weitsprungkollegin Maryna Bech-Romantschuk, die bei der WM 2019 in Doha Silber hinter Mihambo gewonnen hatte. «Ich habe mich zu Beginn dieses Angriffskrieges durch Russland bei ihr erkundigt, wie es ihr und ihrer Familie geht, ob sie in Sicherheit ist, ob ich was für sie tun kann. Bei den Wettkämpfen haben wir auch über ihr Leben in Zeiten des Krieges gesprochen. Ich bin mit ihr über das Sportliche hinaus auch in dieser Zeit verbunden», sagte Mihambo.

Dass ukrainische Sportler bei den Saisonhöhepunkten starten können, bewertet Mihambo als positiv. «Das ist sehr wichtig. Zum einen ist es Beruf der Sportler und es ist schön, wenn man diesen ausüben und sich wenigstens ein Stück Normalität erhalten kann. Sie können und wollen ihren Leidensdruck auch in gute Leistungen umsetzen», sagte Deutschlands «Sportlerin des Jahres». «Zum anderen sind die Starts und Leistungen auch Zeichen für die Gesellschaft. Der Sport kann ein guter Weg sein, positive Nachrichten in dieses krisengezeichnete Land zu bringen.»

© dpa
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