Neustart nach schwerer Zeit: Harting plant bis 2028

08.11.2021 Die Enttäuschung über die verpassten Spiele in Tokio hat Diskus-Olympiasieger Christoph Harting hinter sich gelassen. Der 31-Jährige spricht nach langem Schweigen über 2024 und sogar schon von 2028.

Schaut wieder optimistisch in die Zukunft: Christoph Harting. Foto: Michael Kappeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach seinem «mental schwersten Jahr» und langem Schweigen geht Diskus-Olympiasieger Christoph Harting den Neustart an.

«Meine aktuelle Motivation reicht bis zu den Olympischen Spielen 2024 und 2028 - das sind noch 'entspannte' sieben Jahre», bekräftigte der Rio-Olympiasieger nach großen Enttäuschungen seine Karriereplanung. Der 31-Jährige, der sich öffentlich seit langem praktisch nicht mehr äußert, positioniert sich nun zumindest auf der Internetseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wieder mit eigenen Aussagen.

Mentale und gesundheitliche Probleme stoppen Harting

Nach seinem Gold-Coup von Rio de Janeiro 2016, als er für seine Einlagen bei der Siegerehrung als respektlos kritisiert wurde, verpasste Reizfigur Harting die Sommerspiele in Tokio. Nachdem ihm im Jahr 2020 die Corona-Pandemie laut DLV «schwer zu schaffen» machte, bremsten ihn in diesem Jahr gesundheitliche Probleme aus: Erst erlitt er einen doppelten Bänderriss, später ereilte ihn eine Nierenbecken-Entzündung. Trotz zehn Wettkämpfen in Serie fast im Vier-Tages-Takt reichte es für den Bruder von Diskus-Legende Robert Harting nicht für die Qualifikation.

Als in Tokio die Olympischen Spiele ohne ihn eröffnet wurden, habe er einmal schlucken müssen, sagte Harting, der seit Anfang 2020 stellvertretender Athletensprecher ist. «Wahrscheinlich haben sie mich gewählt, weil sie wissen, dass ich immer meine Klappe aufmache.»

Harting soll und will in den vergangenen Monaten und nach Gesprächen an der Seite von Athletensprecherin Nadine Hildebrand neue Erkenntnisse gewonnen haben. «Ich kann nicht mehr sagen: "Der böse DLV - der Verband ist doof.‘ Im Gegenteil: Mittlerweile habe ich festgestellt, dass man es einfach mit verschiedenen Personen in verschiedenen Funktionen zu tun hat, die in ihrer Kommunikation Stärken und Schwächen aufweisen», sagte er. «Das führt in Summe gelegentlich zu fehlender Transparenz und Misskommunikation. Früher hat mich das aufgeregt und es ließ sich wunderbar pauschalisieren - das geht heute nicht mehr.»

Körperliche Grenzen «noch nicht erreicht»

Sportlich blickt Harting, der in der Vergangenheit mit unkonventionellem Verhalten und provokanten Statements aneckte, sowieso nach vorne. Schon vor der Tokio-Enttäuschung musste er Frusterlebnisse verarbeiten. Zuvor hatte er bereits die WM 2017 in London verpasst. Bei der EM 2018 in Berlin und der WM 2019 in Doha scheiterte er jeweils in der Qualifikation. Das soll ihm im kommenden Jahr nach eigener Vorstellung nicht wieder passieren. Dann sind die Weltmeisterschaften vom 15. bis zum 24. Juli in Eugene in den USA und die Europameisterschaften vom 11. bis zum 21. August in München die Saisonhöhepunkte für die Leichtathleten.

Für Harting könnten das wegweisende Zwischenstationen auf dem Weg zu Olympia in Paris (2024) und Los Angeles (2028) werden. «Jede Disziplin hat ihre Zeit. Wir Diskuswerfer zählen zu den ältesten Athleten, man kann auch mit Mitte 30 noch richtig weit werfen. Und vor allem: Ich habe meine körperlichen Grenzen noch nicht erreicht», sagte der Athlet vom SSC Berlin.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Quartalszahlen: Samsung mit deutlichen Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz

Nationalmannschaft

Medizinische Komission des DFB: DFB-Teamarzt sieht in absehbarer Zeit kein Kopfballverbot

Tv & kino

RTL-Show: Verrat-Verdacht: Renzi gegen Ruland im Dschungelcamp

Internet news & surftipps

Rechtsstreit: Facebook-Pseudonym erlaubt? BGH urteilt zu Klarnamenpflicht

Job & geld

Job-Protokoll: Was macht eigentlich eine Pädakustikerin?

Das beste netz deutschlands

Online-Unterricht: Noten durchs Netz: Musizieren auf Distanz

Games news

Spielenswert: «Part Time UFO»: Außerirdischer Kran-Einsatz gegen die Uhr

People news

The Cute One: Take-That-Star Mark Owen wird 50

Empfehlungen der Redaktion

Leichtathletik

Olympia: Deutsche Gold-Serie vorbei: Diskuswerfer Jasinski Zehnter

Leichtathletik

Olympia: Deutsche Leichtathleten wollen Rio-Bilanz in Tokio toppen

Leichtathletik

Diskuswurf-Olympiasieger: «Alles auf null gestellt»: Harting-Brüder wieder versöhnt

Leichtathletik

Olympia: Nach Diskus-Finale: Robert Harting setzt weiter auf Bruder

Leichtathletik

Werfertag in Thum: Vetters Siegesserie hält - 86,48 m aber unter seinem Niveau

Regional berlin & brandenburg

Robert Harting: Keine Zeit für Amt als DOSB-Boss

Leichtathletik

Olympia: Von Burritos und Marihuana: Stars in der Statistenrolle

Leichtathletik

Olympia: «Mehr Potenzial und Chancen»: Leichtathleten stagnieren