Deutsche Medaillen am dritten Wettkampftag nur bei Ehrungen

Das deutsche Leichtathletik-Team hat bei der EM in München erstmals wenig mit den Medaillen zu tun. Gina Lückenkemper und Niklas Kaul dürfen sich aber noch einmal über ihre Triumphe freuen. Am Donnerstag ist dann schon der nächste Titel möglich.

Die einzigen Medaillen für deutsche Leichtathletik-Stars hat es am dritten Wettkampftag der Europameisterschaften in München bei den Siegerehrungen gegeben.

Einen Tag nach den Titeln für Sprinterin Gina Lückenkemper und Zehnkämpfer Niklas Kaul und einer großen Party im Olympiastadion blieben den Gastgebern erstmals bei dieser EM nur Nebenrollen.

Alle sechs Finals gingen ohne deutsche Beteiligung über die Bühne, nachdem Hürdensprinter Gregor Traber im Halbfinale ausschied. Die beiden Siebenkämpferinnen Carolin Schäfer und Sophie Weißenberg liegen bei Halbzeit und vier Disziplinen auf den Rängen sechs und sieben und sind nur durch einen einzigen Punkt voneinander getrennt.

Medaillenhoffnungen am Donnerstag

Die Hoffnungen auf eine Medaille am Donnerstag sind aber nur vage, zumal Weißenberg nach eigenen Angaben angeschlagen ist. «Das schlaucht natürlich auch, meine Stimme hat mich leider ganz verlassen den Tag über. Ich hoffe, dass es morgen deutlich besser ist. Ich muss mich einfach durchkämpfen», sagte die 24-Jährige aus Leverkusen.

Die einstige WM-Zweite und EM-Dritte Schäfer kommt auf 3707 Punkte, den Bronze-Platz belegt derzeit die Niederländerin Anouk Vetter mit 3824 Punkten. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Nafissatou Thiam aus Belgien steuert mit 4063 Punkten bislang ungefährdet auf ihren nächsten Titel zu.

Vor dem Start der Wettkämpfe bekamen Kaul und Lückenkemper im Olympiapark ihre Goldmedaillen überreicht. Bei der 25-Jährigen kullerten während der Nationalhymne ein paar Tränen. Auch Kaul bekam bei der Medaillenzeremonie zwischenzeitlich feuchte Augen. Die mit Silber und Bronze dekorierten Diskuswerferinnen Kristin Pudenz und Claudine Vita schrieben mit dem Medaillen um den Hals fleißig Autogramme.

Die unerwartet starke Bilanz von bislang vier Titeln und insgesamt acht Medaillen könnte für das deutsche Team an diesem Donnerstag (ab 20.05 Uhr/ARD) Weitspringerin Malaika Mihambo ausbauen. Die Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin will dann auch ihren EM-Titel verteidigen. In der Qualifikation war Mihambo mit 6,99 Metern trotz einer Corona-Infektion nach der WM die beste Springerin.

Insgesamt gibt es im Olympiastadion dann sechs Entscheidungen. Dazu zählen auch die 5000 Meter der Frauen mit Konstanze Klosterhalfen, die am Montag Vierte über 10.000 Meter wurde. Auf gute Platzierungen hoffen im Hochsprung Titelverteidiger Mateusz Przybylko, der Münchner Lokalmatador Tobias Potye und Jonas Wagner.

© dpa
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