Verhinderter Matchwinner: Gladbacher Hofmann stark

Ohne Jonas Hofmann wäre Borussia Mönchengladbach gegen Bremen kaum so drückend überlegen gewesen. Wenige Stunden nach der enttäuschenden Nationalmannschaftsnominierung fehlte ihm nur ein eigenes Tor.
Jonas Hofmann
Jonas Hofmann (r) und die Gladbacher kamen gegen Werder Bremen nicht über ein 2:2 hinaus. © Marius Becker/dpa

Die Zahlen waren auch ohne Torerfolg für Jonas Hofmann beeindruckend. Dass dem 30 Jahre alten Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach die Nicht-Nominierung für die anstehenden Fußball-Länderspiele gegen Peru und Belgien nicht gefiel, war gegen Werder Bremen von Beginn an zu merken.

Nahezu jede Angriffsaktion lief über Hofmann, der sich dazu selbst etliche Hochkaräter erarbeitete und zudem in der Abwehr in einer brenzligen Aktion als letzter Mann gegen Niclas Füllkrug klärte.

Am Ende des intensiven 2:2 (0:0) hatte Hofmann nicht nur das 1:0 von Marcus Thuram kurz nach der Pause, sondern überhaupt zehn Gladbacher Torschüsse vorbereitet. Davon legte er alleine fünf Großchancen auf. Laut Datendienst Opta gelang dies seit Datenerfassung zuvor nur vier anderen Bundesligaspielern: Arjen Robben, Joshua Kimmich, Roberto Firmino und Thomas Müller. Überhaupt ist Hofmann demnach der Bundesligaspieler mit den mit Abstand meisten Torschussvorlagen in dieser Saison. 

Hofmann enttäuscht über Nichtnominiereung

«Ich bin mir sicher, dass er, wenn er so weitermacht, noch eine richtig gute Zukunft in der Nationalmannschaft hat», sagte Borussen-Coach Daniel Farke nach dem Spiel über seinen Besten. Denn schon wenige Stunden vor der Gladbacher Ernüchterung nach drückender Überlegenheit hatte Hofmann eine persönliche Enttäuschung zu verdauen. Der WM-Teilnehmer gehört zum Kreis einiger zuletzt etablierter Nationalspieler, die Bundestrainer Hansi Flick beim Neubeginn nach dem Vorrunden-Aus in Katar erst einmal nicht mehr dabei haben möchte.

«Es gab Kontakt mit Hansi Flick. Er hat gesagt, dass er diesmal den Etablierten eine Pause gönnen will», sagte Hofmann nach dem Spiel und verbarg seine Enttäuschung darüber nicht: «Ich wäre schon sehr gerne dabei gewesen.»

Auf die Trainingszeit im Verein vor dem Derby in zwei Wochen beim 1. FC Köln hätte Hofmann gerne verzichtet. «Nee, ich ziehe da sonst schon jede Menge Energie raus. Das gibt mir eher einen Schub, wenn ich bei der Nationalmannschaft bin», sagte Hofmann, der darum gegen Werder richtig Gas gab: «Es geht jetzt wieder darum, im Juni dabei zu sein.»

Gladbach driftet ins Mittelmaß ab

Noch mehr Eigenwerbung hätte er direkt am Freitag als Torschütze gemacht. Möglichkeiten dazu hatte er mehrere. «Nach so einem Spiel geht man natürlich mit einem unguten Gefühl aus der Partie raus», sagte Hofmann nach dem Chancenwucher von ihm und den Sturmpartnern um Kapitän Lars Stindl  und den französischen Vize-Weltmeister Marcus Thuram. Für die Gladbacher und Trainer Farke wird dies langsam mehr als misslich. Kaum ein anderes Team ist so inkonsequent bei der Chancenverwertung wie die Borussia.  

«Das ist ein generelles Problem, ja. Wir stehen auf dem ersten Platz der Tabelle der ausgelassenen Torchancen», klagte Farke, der deshalb mit seinem Team immer mehr ins Mittelmaß abdriftet. 31 Punkte nach 25 Spielen machen aktuell Platz zehn. Weder nach oben noch nach unten scheint derzeit was zu gehen. Im grauen Sumpf der Liga wird Hofmann zunehmend mehr mit seinen individuellen Leistungen bei Flick punkten müssen. «Für Jonas ist entscheidend, dass er sich auf die Spiele für Borussia konzentriert», befand Farke dazu. 

© dpa ⁄ Carsten Lappe und Marco Rauch, dpa
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