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Staatsanwaltschaft stellt Strafantrag gegen Rubiales

Dem inzwischen suspendierten Fußballverbands-Präsidenten Luis Rubiales droht im Kuss-Skandal in Spanien weiterer Ärger. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Luis Rubiales
Die spanische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Luis Rubiales eingeleitet. © RFEF/Europa Press/AP/dpa

Im spanischen Kuss-Skandal um den inzwischen suspendierten Fußballverbands-Präsidenten Luis Rubiales hat die Staatsanwaltschaft wie angekündigt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens beantragt.

Der Strafantrag gegen Rubiales sei beim Staatsgerichtshof in Madrid eingereicht worden, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und andere spanische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Ein Justizsprecher bestätigte auf dpa-Anfrage diese Informationen.

Nun muss ein Untersuchungsrichter an der «Audiencia Nacional» in Madrid entscheiden, ob dem Strafantrag stattgegeben wird und Ermittlungen eingeleitet werden, die zu einem Prozess führen können. Nach Schätzungen von Experten könnte der 46 Jahre alte frühere Profi Rubiales zu einer Haftstrafe zwischen einem und vier Jahren verurteilt werden, wenn er tatsächlich auf die Anklagebank kommen und im Prozess schuldig gesprochen werden sollte.

FIFA suspendierte Rubiales bereits für 90 Tage

Rubiales hatte bei der Siegerehrung nach dem von Spanien gewonnenen WM-Finale in Sydney am 20. August die Spielerin Jennifer Hermoso auf den Mund geküsst. Dies sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt, beteuert er. Hermoso erklärte aber, sie habe sich «als Opfer einer impulsiven, sexistischen und unangebrachten Handlung gefühlt, der ich nicht zugestimmt habe». Die 33-Jährige erstattete Anzeige. Diese ermöglichte wiederum den Strafantrag der Staatsanwaltschaft wegen sexueller Belästigung und Nötigung.

Der Weltverband FIFA hat Rubiales bereits für 90 Tage suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Rubiales weigert sich aber weiterhin, als Verbandschef zurückzutreten, obwohl das unter anderem auch von den Regionalverbänden des RFEF gefordert wurde. Die Möglichkeit eines Misstrauensvotums gegen den suspendierten Präsidenten lehnte der Nationalverband jedoch ab.

© dpa
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