Große Geste, großer Sport - Rangnick: Pleite ist «peinlich»

20.04.2022 Erst gibt es eine Minute Applaus für Cristiano Ronaldo, dann sportlichen Glanz des FC Liverpool. Die Reds nehmen weiter Kurs auf vier Titel. Uniteds Trainer Ralf Rangnick empfindet dagegen Scham.

Nach einer Fußball-Nacht mit großen Emotionen lagen zwischen der Gefühlslage von Jürgen Klopp und Ralf Rangnick Welten.

Liverpools Trainer Klopp nimmt nach dem furiosen 4:0 weiter Kurs auf gleich vier Titel und sagte stolz: «Das war wirklich ein guter Abend für alle mit einem Liverpool-Herzen.» Bei Rangnick, für den die ersehnte Champions-League-Qualifikation mit Manchester United nach der Pleite in immer weitere Ferne rückt, klang es fast schon verbittert. «Es ist peinlich und enttäuschend und erniedrigend», sagte er. Schon das Hinspiel in Manchester hatte United deutlich mit 0:5 verloren.

Zuschauer drücken im Stadion ihre Anteilnahme aus

Abseits aller sportlichen Rivalitäten hatte es schon früh am Abend einen bewegenden Moment an der Anfield Road gegeben. Fans beider Teams hatten in der 7. Spielminute 60 Sekunden lang für Cristiano Ronaldo geklatscht und damit versucht, dem portugiesischen Fußball-Star Trost zu spenden. So brachten die Fans ihre Unterstützung für Ronaldo und dessen Partnerin Georgina Rodriguez nach ihrem schweren Schicksalsschlag zum Ausdruck.

«Exakt so sollte Fußball sein - alle Rivalitäten beiseite in diesem Moment», sagte Klopp. «Es gibt da nur eine Sache, die wichtig ist, und das war wirklich eine Demonstration von Klasse.» Der 37 Jahre alte Ronaldo trauert mit seiner Partnerin um den gemeinsamen Sohn. Die Formulierung in einer Erklärung ließ darauf schließen, dass dieser die Zwillingsgeburt nicht überlebt hat. «Nur die Geburt unseres Baby-Mädchens gibt uns die Kraft, in diesem Moment etwas Hoffnung und Heiterkeit zu haben», hieß es darin. «Das ist das Schlimmste, das passieren kann», sagte Trainer Rangnick.

Reds weiter mit Chance aufs Quadruple

Die menschliche Tragödie um Ronaldo, der nicht beim Spiel dabei war, kommt für United zu einem Zeitpunkt, in dem es auch sportlich schwierig läuft. Für Champions-League-Halbfinalist Liverpool war man am Dienstag nur eine Art Sparringspartner. Luis Diaz (5. Minute), Doppeltorschütze Mohamed Salah (22./85.) und Sadio Mané (68.) trafen für die Reds, die damit weiterhin Chancen auf vier Trophäen - das Quadruple - haben.

«Es ist auch eine außergewöhnliche Situation, weil Manchester United nicht gut drauf ist und mehr oder weniger ohne das übliche Mittelfeld gespielt hat», relativierte Klopp. Die «Daily Mail» resümierte über United: «Sie wurden nicht geschlagen hier, sondern davongejagt.» Die «Manchester Evening News» hatten «das beste Liverpool-Team seit Jahrzehnten» und «das schlechteste Manchester-United-Team seit Jahrzehnten» gesehen.

Eine Verletzung von Paul Pogba verschärft die Situation beim ehemaligen Königsklassen-Gewinner. «Er hat sich den Wadenmuskel gezerrt», sagte Rangnick. «Ich fürchte, er wird gegen Arsenal oder Chelsea nicht verfügbar sein.» Pogba musste schon nach zehn Minuten vom Platz.

Rangnick: «Liverpool hat sechs Jahre Vorsprung»

Der 63 Jahre alte Rangnick machte deutlich, wie viel sich in Manchester ändern muss, um zukünftig wieder auf dem Niveau des FC Liverpools agieren zu können. «Man muss einfach akzeptieren, dass sie sechs Jahre Vorsprung haben. Als Jürgen Klopp gekommen ist und all die Veränderungen gemacht wurden, das hat den Club - und auch die Stadt - auf ein ganz neues Level gehoben. Das muss hier auch passieren in den kommenden Transferfenstern», mahnte Rangnick, der nach der Saison seinen Posten als Interimstrainer abgibt und dann als Berater für United fungieren soll. Für Rangnick sei klar, dass «sechs, sieben, acht, vielleicht zehn neue Spieler» kommen müssten.

Sein Nachfolger wird laut übereinstimmenden Medienberichten der Niederländer Erik ten Hag. Der Zeitung «Guardian» zufolge soll Ten Hag einen Dreijahresvertrag mit der Option auf eine weitere Saison erhalten und bei Transfers gemeinsam mit der Clubführung abschließend entscheiden. Zudem soll sein bisheriger Club, Ajax Amsterdam, zwei Millionen Euro Ablöse erhalten.

© dpa

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