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Popp zu WM-Debakel: «Nicht optimal vorbereitet»

Das WM-Debakel wird die deutschen Fußballerinnen und den DFB noch eine Weile verfolgen. Erstmals äußern sich Popp und Co. zu einigen Umständen vor und in Australien.
Popp und Magull
Die Nationalspielerinnen Alexandra Popp (l) und Lina Magull haben in einer Film-Dokumentation die Bedingungen im deutschen Team bei der WM in Australien kritisiert. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Nationalspielerinnen wie Alexandra Popp, Lina Magull und Lea Schüller haben in einer Film-Dokumentation die Bedingungen rund um das deutsche Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Australien kritisiert.

Dabei sprechen sie im zweiten und dritten Teil von «Born for this», die von Freitag an in der ZDF-Mediathek und dann auch im TV zu sehen sind, die späte Nominierung und das abgelegene Quartier an. Zudem kommt eine Merkwürdigkeit der DFB-Verantwortlichen zutage. «Tatsächlich glaube ich, dass wir nicht optimal vorbereitet waren», sagte Kapitänin Popp in der Doku.

Aus sportlicher Sicht ist der Zeitpunkt der Ausstrahlung etwas unglücklich gewählt. Ebenfalls an diesem Freitag empfängt die DFB-Auswahl in Rostock den härtesten Nations-League-Gruppenrivalen Dänemark (20.30 Uhr/ZDF), am 5. Dezember geht es nach Wales - und vor allem um den für eine mögliche Olympia-Qualifikation nötigen Gruppensieg.

Fokus auf den nächsten Spielen

«Ich persönlich habe mir die Folgen noch nicht angeschaut, weil für mich eben ganz klar der Fokus auf den nächsten beiden Spielen liegt», sagte Svenja Huth vom VfL Wolfsburg am Dienstag in einer digitalen Medienrunde. Für viele andere Spielerinnen gelte dies auch, «von daher schieben wir das jetzt aktuell zur Seite».

Sjoeke Nüsken klang ähnlich konsequent: «Ich persönlich werd's mir auf jeden Fall angucken, hab's jetzt tatsächlich noch nicht getan», sagte die Chelsea-Spielerin. Sie denke aber schon, «dass einige Spielerinnen sich das eventuell auch schon angeguckt haben - manche auch noch nicht». Der größte Teil der Mannschaft werde sich die Doku anschauen.

Erstmals bemängelten Spielerinnen die späte Nominierung des WM-Kaders durch die damalige Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Ende der beiden Trainingslager in Herzogenaurach. «Wir als Mannschaft haben es nicht als optimal gesehen», sagte Popp vom VfL Wolfsburg. «Das hat auch einen gewissen Unmut innerhalb des Teams erzeugt.»

Die Münchnerin Magull kritisierte, dass es im zweiten Lehrgang nicht darum gegangen sei, «dass wir uns als Team finden, sondern eher darum, sich zu beweisen». Die DFB-Frauen waren bei der WM überraschend erstmals schon in der Vorrunde ausgeschieden. Die danach als krank gemeldete Voss-Tecklenburg hat inzwischen ihren Vertrag mit dem DFB aufgelöst. Sie begründete in dem Film die Bekanntgabe des Kaders erst kurz vor dem Abflug so: «Wir wollten den Spielerinnen die möglichst längste Zeit geben, um sich bei uns zu zeigen.»

«Extrem weit weg vom Schuss»

Die Lage des WM-Base Camps in Wyong, etwa 100 Kilometer nördlich von Sydney, war schon während des Turniers diskutiert worden, allerdings hielten sich die Spielerinnen damals mit öffentlichen Äußerungen weitgehend zurück. «Ich würde mir schon mehr Freiheit wünschen. Da kann man sich überlegen, ob man das beim nächsten Mal vielleicht anders handhaben kann», sagte Bayern-Stürmerin Schüller in dem Beitrag. «Erstmals waren wir extrem weit weg vom Schuss, was ich nicht als optimal angesehen habe», sagte Popp.

Die Fußballerinnen waren in Wyong in Zweier-Appartements untergebracht, in denen DFB-Mitarbeiter verschiedene Hinweise angebracht hatten - wie «Stay Hydrated» («Trinke über den ganzen Tag und kontrolliere deinen Urin»), «Die richtige Schlafkleidung» und «Dein Bett hat eine Funktion: Schlaf!». «Ich glaube, das war eine nett gemeinte Geste, aber halt einfach überflüssig», kommentierte Magull diese Maßnahme.

© dpa
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