England will weiter Zeichen gegen Rassismus setzen

Englands 0:1-Niederlage zum Auftakt der Nations League gerät fast zur Nebensache. Buh-Rufe ungarischer Fans in Budapest bei einer Aktion für mehr Toleranz bestimmen nach dem Abpfiff die Diskussion.
Als Zeichen gegen Rassismus knien Englands Harry Kane (2.v.l-r), James Justin und Mason Mount. Stehend daneben: Ungarns Adam Nagy (l). © Nick Potts/PA Wire/dpa

Englands Fußball-Nationalmannschaft hat die erneuten Buh-Rufe in Ungarn kritisiert und will weiter gemeinsam Zeichen im Kampf gegen Rassismus setzen.

«Wir werden als Team ganz sicher nicht damit aufhören», sagte Verteidiger Conor Coady von den Wolverhampton Wanderers nach dem 0:1 in der Nations League in Ungarn. In Budapest waren deutlich Buh-Rufe zu hören, nachdem die Engländer kurz vor Anpfiff wie üblich auf die Knie gegangen waren. «Ich bin ehrlich, das ist wirklich sehr enttäuschend», sagte Coady über die Reaktionen in der Puskás Aréna.

«Wir hoffen einfach, dass Leute es mehr und mehr verstehen. Wir wollen als Team und als Nation dafür sorgen, dass sich die Dinge positiv verändern», sagte Coady: «Es ist wichtig, dass wir unseren Prinzipien treu bleiben. Es ist wichtig, dass wir das weitermachen, über was wir die letzten Jahre gesprochen haben.» Viele Leute wüssten mittlerweile, wofür die englische Mannschaft steht. «Wenn es Leute nicht mögen, dann ist das eben so», sagte Coady bei Sky Sports.

Die englischen Spieler begannen im vergangenen Jahr mit Aufrufen zur Beseitigung rassistischer Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft. «Ich habe keine Ahnung, warum Menschen während dieser Geste buhen», sagte Englands Coach Gareth Southgate. Sein Team mache solche Aktionen in erster Linie, um zu versuchen, «die Leute aufzuklären», sagte der Ex-Profi zum Grund für das Knien. Der 51-Jährige wollte im Interview bei Channel 4 keine direkte Kritik an den Fans in Budapest üben. Viele Jüngere wüssten wohl gar nicht, warum sie überhaupt buhen. «Sie werden von älteren Erwachsenen beeinflusst», vermutete Southgate.

«Das gehört sich nicht, das will keiner. Nicht in Ungarn, in keinem Fußball-Stadion der Welt. Da müssen die Ungarn das ein oder andere noch lernen», sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, der die Ungarn selbst von Januar 2004 bis Dezember 2005 trainierte, bei RTL.

Trotz des Zuschauerverbots wegen diskriminierenden Verhaltens der ungarischen Fans war das Stadion gut gefüllt gewesen. Gemäß der Regularien der Europäischen Fußball-Union UEFA dürfen bei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit Kinder bis zum Alter von 14 Jahren ins Stadion, wenn sie eingeladen und von einem Erwachsenen begleitet werden. Medienberichten zufolge waren vor der Partie mehr als 30.000 Besucher registriert gewesen.

Wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans bei den EM-Spielen gegen Portugal, Frankreich und Deutschland war Ungarns Nationalteam zu zwei UEFA-Heimpflichtspielen ohne Zuschauer verurteilt worden. Dieses Strafmaß wurde später auf eine Partie reduziert, ein weiteres Spiel wurde zur Bewährung von zwei Jahren ausgesetzt. In den WM-Qualifikationsspielen Englands im vergangenen Jahr war es zu rassistischem Verhalten ungarischer Zuschauer gekommen.

Die Engländer müssen ihr erstes Heimspiel in der Nations League am 11. Juni in Wolverhampton gegen Italien ebenfalls ohne Zuschauer bestreiten. Dazu war der Verband wegen der Ausschreitungen rund um das EM-Finale vor einem Jahr verurteilt worden. Dabei sollen ebenfalls die UEFA-Regularien zum Stadion-Besuch von Kindern angewendet werden, es werden zwischen 2000 bis 3000 Fans erwartet.

Vize-Europameister England verlor zum Auftakt der Nations League in der deutschen Gruppe nach einem Tor des ungarischen Bundesligaprofis Dominik Szoboszlai von RB Leipzig. Der 21-Jährige verwandelte einen nicht unumstrittenen Foulelfmeter in der 66. Minute. Am kommenden Samstag empfängt Ungarn das DFB-Team, zuvor muss England nach dem missglückten Auftakt am Dienstag in München antreten.

© dpa
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