Krisentreffen zu Fangewalt in Frankreich

22.11.2021 Nach der neuerlichen Fangewalt in der ersten Fußballliga in Frankreich wollen das Innen- und das Sportministerium am Dienstag mit Verbänden und Vereinen über Konsequenzen beraten.

Marseilles Dimitri Payet (M) verlässt verletzt das Spielfeld, nachdem er von einer vollen Wasserflasche getroffen wurde. Foto: Laurent Cipriani/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ziel des Treffens in Paris sei eine Analyse der nötigen Mittel, um weitere Vorfälle bis zum Ende der Saison zu unterbinden, teilten beide Ministerien mit. Sportministerin Roxana Maracineanu rief nach dem Abbruch der Partie Lyon gegen Marseille bereits nach Sanktionen. «Das, was in Lyon passiert ist, ist nicht hinnehmbar», sagte die Ministeri. «Wir können es nicht zulassen, dass Spieler derart angegriffen werden. Solche Vorfälle müssen mindestens zum automatischen Abbruch der Spiele führen.»

Nachdem bei der Partie zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille der französische Nationalspieler Dimitri Payet durch den Wurf einer vollen Wasserflasche am Kopf getroffen worden war, wurde die Partie zunächst unterbrochen und nach fast zwei Stunden schließlich abgesagt. «Ich denke zunächst an den angegriffenen Spieler. Dimitri Payet hat meine volle Unterstützung», sagte die Ministerin. «Wir brauchen Sanktionen und eine allgemeine, sofortige und radikale Bewusstseinsbildung aller Akteure im Fußball.»

Strafe gegen Lyon

Marseilles Mittelfeldspieler Payet wollte in der 4. Spielminute einen Eckball ausführen, als den 34-Jährigen die Flasche hinter dem linken Ohr traf. Schon vor der Ecke war das Spiel kurz unterbrochen, weil die Lyon-Fans dort Gegenstände in Richtung Spielfeld geworfen hatten. Nach mehr als einer Stunde kamen die Spieler zum Aufwärmen auf den Platz zurück. Zu einem erneuten Anpfiff kam es dann aber doch nicht.

Wie der Sender RMC Sport berichtete, wollte Payet eine Anzeige gegen Unbekannt wegen der Attacke einreichen, sein Verein unterstütze ihn dabei. Payet sei am Montag nicht beim Training gewesen, sondern habe sich mit Blick auf körperliche und psychische Folgen der Attacke medizinisch untersuchen lassen, berichtete RMC Sport weiter.

Unterdessen verhängte die französische Fußballliga (LFP) am Montagmittag eine vorläufige Strafe gegen Olympique Lyon. Bis zur endgültigen Entscheidung finden die Spiele im Groupama Stadium ohne Zuschauer statt, davon betroffen ist als nächstes die Partie gegen Reims am 1. Dezember. Die definitiven Konsequenzen will die LFP am 8. Dezember verkünden, dabei geht es auch um die Wertung des abgebrochenen Spiels.

© dpa-infocom GmbH

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