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Haaland braucht Hilfe: Wer schafft es zur Fußball-EM?

Die ersten Nationen haben ihr Deutschland-Ticket bereits gelöst. Mehrere Topstürmer sind in der Warteschlange. Für ein Team könnte eine Niederlage sogar einen positiven Effekt haben.
Erling Haaland
Erling Haaland und die Norweger müssen auf einen Platz in den Playoffs hoffen. © Frederik Ringnes/NTB Scanpix via AP/dpa

Vize-Europameister England hat das Ticket für die Fußball-EM gelöst, damit stehen neun von 24 Teilnehmern für das Turnier in Deutschland bereits fest.

Zwölf weitere werden sich im verbleibenden Quali-Fenster im November qualifizieren - ein weiteres Trio gesellt sich erst im März nach den Playoff-Spielen dazu und komplettiert damit das Feld. Auf diesen letzten Rettungsanker muss auch Stürmerstar Erling Haaland mit seinen Norwegern setzen. Ein Überblick über Konstellationen und Wege nach Deutschland:

Gruppe A

Spanien und Schottland (je 15 Punkte) sind sicher qualifiziert. In den verbleibenden Spielen geht es nur noch um den Gruppensieg, für den Spanien favorisiert ist.

Gruppe B

Die makellosen Franzosen (18 Zähler) sind als Gruppensieger qualifiziert. Dahinter hat auch die Niederlande (12) beste Chancen. Der Mitfavorit ist zwar punktgleich mit den Griechen, hat aber ein Spiel mehr zu absolvieren und dabei machbare Aufgaben gegen Irland und in Gibraltar.

Gruppe C

Vize-Europameister England ist nach dem 3:1 über Italien mit 16 Punkten durch. Der Titelverteidiger (10) liegt hinter der Ukraine (13), hat aber ein Spiel mehr zu absolvieren. Die Entscheidung fällt im direkten Duell, das am 20. November in Leverkusen stattfindet.

Gruppe D

Die Türkei (16 Punkte) hat sich nach der Trennung von Stefan Kuntz vorzeitig qualifiziert. Ein Punkt fehlt zum Gruppensieg. Wales und Kroatien (je 10) spielen den zweiten Platz aus. Wales reichen dabei wegen des gewonnenen direkten Vergleichs zwei eigene Siege gegen die Türkei und in Armenien.

Gruppe E

Albanien (13 Punkte) ist zwar nicht zu 100 Prozent durch, ist aber kaum noch von einem der ersten zwei Plätze zu verdrängen. Dahinter hat Tschechien (11) die besten Karten. Die Polen um Robert Lewandowski (10) können es nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Gruppe F

Belgien und Österreich waren schon vor dem Spielabbruch von Brüssel am Montagabend qualifiziert. Schweden ist raus und auch in der Nations League zu schlecht positioniert, um auf eine letzte EM-Chance hoffen zu dürfen.

Gruppe G

Ungarn ist nach dem Remis in Litauen noch nicht zu 100 Prozent durch und braucht noch einen Punkt aus zwei Spielen. Auch Serbien (13) ist wohl nur noch theoretisch von Montenegro (8) zu verdrängen.

Gruppe H

Dänemark (19 Punkte) und Slowenien (19) haben die beste Ausgangslage für EM-Tickets, sind aber bisher nicht rechnerisch durch. Kasachstan (15) hat nach dem überraschenden Sieg in Finnland noch Restchancen und bekommt am 20. November in Slowenien womöglich ein kleines Endspiel.

Gruppe I

Hier ist nach den verschobenen Israel-Spielen noch einiges offen. Rumänien (16 Punkte) führt vor der Schweiz (15) und Israel (11), das noch vier Partien offen hat. Alle drei Rivalen treffen noch in direkten Duellen aufeinander. Ob und wie Israel im November-Fenster vier Begegnungen absolvieren kann, ist noch offen.

Gruppe J

Das makellose Portugal (24 Punkte) ist bereits durch. Die Slowakei (16) hat gegenüber Luxemburg (11) und Island (10) die deutlich besten Karten auf Platz zwei. Schon ein Punkt aus zwei Spielen würde reichen.

Welchen Weg gibt es noch?

Der Umweg sind die Playoffs, die im März 2024 ausgetragen werden. Über drei Nations-League-Gruppen gibt es insgesamt drei Tickets. Lewandowskis Polen droht dieser Weg, mögliche Gegner wären dann WM-Halbfinalist Kroatien oder Europameister Italien. In Liga B muss Haaland mit Norwegen hoffen, dass sich möglichst viele der vor ihnen gelisteten Teams direkt qualifizieren, damit Norwegen an den Playoffs teilnehmen kann. Weil Finnland und Bosnien-Herzegowina schon sicher in den Playoffs sind, sieht es für Haaland schlecht aus.

Ganz kurios wird es bei Irland

Die Iren könnten von einer eigenen Niederlage am 18. November in den Niederlanden theoretisch profitieren. In der Qualifikation selbst ist Irland bereits draußen, doch für die Setzliste über die Nations League wäre ein Weiterkommen der Niederlande günstiger als ein Weiterkommen Griechenlands. Dieses Szenario könnte sich aber mit dem Ausgang anderer Ergebnisse von selbst erledigen.

Was hilft der Gruppensieg?

In diesem Fall einiges. Die fünf punktemäßig besten Gruppensieger schaffen es neben Gastgeber Deutschland in Topf eins. Heißeste Anwärter dafür sind Frankreich und Portugal, auch Belgien und England haben gute Chancen. Die Lostöpfe für die Auslosung am 2. Dezember in Hamburg werden komplett nach dem Abschneiden in der Qualifikation ermittelt. Italien und die Niederlande wären somit - im Fall einer erfolgreichen Qualifikation - mögliche Vorrundengegner der deutschen Mannschaft.

© dpa
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