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Australien feiert Sam Kerr - «Nachtreten» erregt England

Das Nachtreten von Englands Jungstar Lauren James sorgt in der Heimat für Kritik. Wie Australien, das Superstar Sam Kerr huldigt, ziehen die Lionesses bei der WM trotzdem ins Viertelfinale ein.
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England

Als nach 80 Minuten Sam Kerr das Spielfeld betrat, jubelten die australischen Fans so laut, als wäre ein weiteres Tor für ihre Matildas gefallen. Der erste Einsatz der Kapitänin bei dieser Fußball-WM rechtzeitig zum Viertelfinal-Einzug nährt die Hoffnungen des Co-Gastgebers auf den Titel-Coup.

Kerr: «Erst der Beginn unserer Reise»

«Wieder auf dem Platz zu stehen, war eine große Erleichterung. Ich bin sehr stolz auf das Team», sagte Superstar Kerr in der ARD nach dem 2:0 (1:0) im WM-Achtelfinale gegen Dänemark. «Wir haben einen großen Traum, aber wir gehen ein Spiel nach dem anderen an.» Im Viertelfinale treffen die Matildas am Samstag (9.00 Uhr MESZ) in Brisbane auf Frankreich oder Marokko, die an diesem Dienstag in Adelaide ums Weiterkommen spielen (13.00 Uhr MESZ/ZDF).

Die 29 Jahre alte Kerr richtete nach dem durch Caitlin Foord (29. Minute) und Hayley Raso (70.) herausgeschossenen Sieg noch auf dem Platz ein paar motivierende Worte an ihre Mitspielerinnen: «Wir haben gesagt, dass das erst der Beginn unserer Reise ist», berichtete die Weltklasse-Stürmerin. Eine Ansage, die neben den 75 784 Fans im Australia-Stadion von Sydney der ganze Kontinent gerne hören dürfte. Mit den euphorisierten Gastgeberinnen ist dank der wieder genesenen Kerr nun umso mehr zu rechnen.

Einen kleinen Dämpfer erhielt England, das sich gegen Nigeria erst im Elfmeterschießen mit 4:2 durchsetzte. Lauren James, mit drei Toren bislang beste Turnierschützin der Lionesses, verabschiedete sich vor 49.461 Fans im Stadion Brisbane mit einer unnötigen Tätlichkeit aus dem Spiel - vielleicht sogar vom Turnier. Ihre Rote Karte in der 87. Minute führte auf der Insel zu Vergleichen mit David Beckham.

Für einen «Beckham'schen Moment des Wahnsinns» habe James durch ihr Nachtreten gegen die am Boden liegende Michelle Alozie gesorgt, twitterte etwa Gary Lineker. Die Fußballlegende bezog sich auf die WM der Männer 1998, als Beckham - ebenfalls im Achtelfinale - gegen Argentiniens Diego Simeone nachgetreten und die Rote Karte erhalten hatte. England schied damals im Elfmeterschießen aus, Fans und Presse machten Beckham als Schuldigen aus.

Engländerinnen nun gegen Kolumbien oder Jamaika

Dieses Mal kam das Mutterland des Fußballs immerhin noch weiter. «Wir haben gezeigt, wozu wir fähig sind», sagte Chloe Kelly zum allerdings schwerfälligen Auftritt der englischen Elf. Die Einwechselspielerin hatte den entscheidenden Elfmeter verwandelt. Im Viertelfinale treffen die Lionesses am Samstag in Sydney auf Kolumbien oder Jamaika, die an diesem Dienstag im Achtelfinale in Melbourne gegeneinander spielen (10.00 Uhr MESZ/ZDF).

Trotz der Niederlage war Nigerias Trainer Randy Waldrum zufrieden mit dem starken Auftritt der Super Eagles. «Wir hatten die besten Chancen, wir haben zweimal die Latte getroffen. Wenn es zum Elfmeterschießen kommt, ist es ein Spiel, das auf jede Seite kippen kann», meinte Waldrum. Vom Punkt hatten Desire Oparanozie und Michelle Alozie die Nerven versagt, auf englischer Seite vergab lediglich Bayerns Georgia Stanway.

© dpa
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