Dank Jeong und Gregoritsch: Freiburg bleibt an Bayern dran

Der SC Freiburg schlägt auch den 1. FC Köln und profitiert zudem von Union Berlins Patzer zuvor. Durch das 2:0 bleibt das Team von Trainer Streich dem Spitzenreiter FC Bayern München auf den Fersen.
Freiburger Torschützen beim Sieg gegen Köln: Michael Gregoritsch (r) und Woo-Yeong Jeong. © Tom Weller/dpa

Der SC Freiburg hat seinen Höhenflug fortgesetzt und ist in der Fußball-Bundesliga nun neuer erster Verfolger des Spitzenreiters FC Bayern München.

Das Team von Trainer Christian Streich gewann am Sonntag gegen den 1. FC Köln verdient mit 2:0 (0:0). Da zuvor der 1. FC Union Berlin bei Bayer Leverkusen deutlich verloren hatte (0:5), klettern die Freiburger auf den zweiten Platz in der Tabelle. 27 Punkte nach 13 Spielen bedeuten die bisher beste Saison der Vereinsgeschichte.

«Ein sehr, sehr reifes Spiel gemacht»

Die Freiburger dominierten das Spiel über weite Strecken. Sie mussten vor 33.800 Zuschauern aber bis nach der Pause warten, ehe Woo-Yeong Jeong (53. Minute) und Michael Gregoritsch (64.) die beiden Treffer erzielten. «Die Mannschaft hat sehr, sehr konzentriert gespielt. Die Mannschaft hat heute ein sehr, sehr reifes Spiel gemacht und daher auch verdient gewonnen», sagte Streich im Streamingdienst DAZN und erklärte sein über die Augen wischen damit, dass «der Wind» Schuld daran gewesen sei.

Wie die Kölner ächzen auch die Freiburger unter den zahlreichen englischen Wochen durch die Europapokal-Spiele. «Ich bin gottfroh, wenn nächster Sonntag ist und wir durchatmen können», sagte Streich. Sein Kölner Kollege Steffen Baumgart meinte: «Meine Jungs sind in der Entwicklung. Uns fehlt ein bisschen die Frische. Gegen Freiburg mit der Qualität zu verlieren, ist keine Schande, aber es ist ärgerlich.»

Aber auch schon in das Spiel starteten die Hausherren hellwach. Der Schuss von Kapitän Christian Günter, der als einziger Profi auch am Donnerstag beim 1:1 in der Europa League bei Karabach Agdam in der Startformation gestanden hatte, wurde geblockt. Und nur drei Minuten später konnten sich die Kölner bei ihrem Torhüter Marvin Schwäbe bedanken, dass sie nicht schon früh einem Rückstand hinterherliefen. 

Baumgart stellt System um

Der Druck des Sport-Clubs in der Anfangsphase schien bei den Kölnern Eindruck zu hinterlassen. FC-Coach Steffen Baumgart reagierte und stellte sein Spielsystem um. Linton Maina, der neben Steffen Tigges im Sturm begonnen hatte, wich auf den rechten Flügel aus. Die Freiburger bekamen dadurch Probleme im Spielaufbau und gaben einmal den Ball leichtfertig her. Florian Kainz konnte daraus aber kein Kapital schlagen (6.). 

Dann waren aber wieder die so stark in die Saison gestarteten Freiburger an der Reihe. Für Baumgart zählen die Breisgauer «zu den stabilsten und besten Mannschaften, die wir in der Liga haben». Und frischer wirkten die Hausherren auch noch. 

Denn anders als die Domstädter, die vor wenigen Tagen trotz eines großen Kraftaufwands aus der Europa Conference League ausgeschieden waren, konnte Streich viele Leistungsträger beim Spiel in Aserbaidschan über weite Strecken schonen. Sein Team stand bereits vor dem Duell als Gruppensieger fest.

Bei der Rückkehr in den Bundesliga-Alltag wollte der Treffer in der ersten Halbzeit aber noch nicht fallen, obwohl die Freiburger mehr vom Spiel hatten. Aber auch bei der nächsten Doppelchance brachten sie den Ball nicht im Tor unter. Kölns größte Möglichkeit vergab Ellyes Skhiri nach einem Eckball (42.).

An der optischen Überlegenheit des Sport-Clubs änderte sich auch nach der Pause nichts. Nun sollte es aber auch mit der Belohnung klappen. Bei Jeongs Schuss spielte der Innenpfosten aus Sicht der Gastgeber mit und Gregoritsch erhöhte. 

Baumgart fieberte mit, ging immer wieder in die Hocke und versuchte, mit lauten Pfiffen seine Mannschaft auf Kurs zu bringen. Es gelang ihm jedoch nicht mehr. Die Freiburger feierten den siebten Heimsieg gegen Köln in den vergangenen neun direkten Duellen.

© dpa
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