Formel 1 zurück in Europa: Sprint-Action mit mehr Punkten

34 Punkte maximal für einen Fahrer gibt es zu holen beim Großen Preis der Emilia Romagna. Es ist wieder Sprintzeit mit dem 100-Kilometer-Spektakel. Aber nicht nur das: Imola wird Ferrari-rot sein.
Der große Favorit der Formel 1 heißt Charles Leclerc und fährt für Ferrari. © Antonio Calanni/AP/dpa

Die Formel 1 gibt ihr Europa-Debüt. Nach Australien und vor den USA ist Italien angesagt. Das Heimrennen für Ferrari schlechthin.

Zum dritten Mal nach einer langen Pause tritt die Königsklasse des Motorsports auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari an. Und der große Favorit heißt Charles Leclerc und fährt für Ferrari.

Wie groß ist der Heimvorteil für Ferrari?

Stimmungsmäßig dürfte es der Scuderia noch einen Schub geben. Lange ist es her, dass Ferrari in Italien als klarer Favorit ins Rennen ging. Lange ist es her, dass die Konkurrenz kleinmütig einräumen musste, dass die Marke aus dem nur 90 Kilometer entfernten Maranello der Maßstab ist. Fast 100.000 Tifosi werden erwartet, es wird rot in Imola, wo Ferrari zuletzt 2006 durch Michael Schumacher einen Heimsieg feierte. Die Erwartungen der Fans sind riesig, nach Jahren des Schwächelns und der Enttäuschungen sind Ferrari-Piloten Druck aber gewohnt. Wenn alles nach Plan läuft, kann es zum Genuss-Wochenende für die Scuderia werden, zumal mehr als die sonst maximalen 26 Punkte pro Fahrer winken.

Was ist denn diesmal anders als sonst?

In Imola wird eines der drei geplanten Sprintrennen ausgefahren. Am Samstag ist es soweit. Anders als im vergangenen Jahr gibt es diesmal für die ersten acht Piloten Punkte (8-7-6-5-4-3-2-1). Sonst gab es nur fürs Trio vom Podium Extrazähler (3-2-1). Heißt auch, dass es nur eine Trainingseinheit am Freitag geben wird, ehe am frühen Abend das Qualifying losgeht. Und auch hier hat sich was geändert, allerdings nur für die Statistiken: Wer auf Platz eins in der Zeitausscheidung fährt, wird als Polesetter gewertet und nicht derjenige, der beim Sprint über 100 Kilometer gewinnt und am Sonntag beim Großen Preis der Emilia Romagna von besten Startrang losfährt.

Was können Red Bull und Mercedes ausrichten?

Beide Teams haben vor allem ein Gewichtsproblem bei ihren Autos. Abspecken ist angesagt. Problem: Die sogenannten Updates für die Wagen können bei nur einem Freien Training nur wenig getestet werden, die Abstimmung wird auch zu einem Wettlauf mit der Zeit. Hinzu kommen - laut Prognosen - wechselnde Bedingungen mit Regen am Freitag und teilweise Bewölkung am Samstag und möglichen Gewittern am Sonntag. Aber: Die Ferrari-Verfolger um den bereits zweimal wegen Defekten ausgeschiedenen Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull und Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Mercedes müssen etwas riskieren. Sonst enteilt die Scuderia noch weiter. Nach drei Rennen hat Leclerc 71 Punkte Vorsprung auf Hamiltons neuen Teamkollegen George Russell, der Superstar seinerseits liegt als Sechster 43 Punkte zurück, Verstappen als Siebter 46.

Was ist von Vettel und Schumacher zu erwarten?

Schlimmer und schlechter als zuletzt in Melbourne kann es für Sebastian Vettel kaum werden. «Imola ist ein echter Test für Fahrer und Auto, und so sollte ein Formel-1-Kurs sein», sagt er. Von seinem neuen Aston Martin kann der viermalige Weltmeister aber nicht all zu viel erwarten, nach seiner eigenen Corona-Pause in den ersten beiden Rennen bleibt Vettel zudem nicht viel weitere Eingewöhnungszeit. Besser funktioniert der Haas von Mick Schumacher. Platz elf im ersten Rennen, Rang 13 im dritten. Dazwischen hatte er nach seinem heftigen Qualifying-Unfall in Saudi-Arabien nicht fahren können. In Imola dürfte er nun die Punkteplätze angreifen.

Wie geht es nach Imola weiter?

Stressig! Wenn die Formel 1 sonst ihren Europaauftakt meist in Barcelona absolviert hatte, ging es auch in Europa weiter. Für die Premiere in Miami macht der Tross diesmal aber noch mal einen Übersee-Abstecher für das Rennen am 8. Mai in Miami. Zwei Wochen später wird dann auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya gefahren, ehe der Klassiker in Monaco, der Heimat von Leclerc, ansteht.

© dpa
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