Weltverband Fia: Team Red Bull gab 2021 zu viel Geld aus

Nach monatelanger Prüfung weist der Weltverband dem Formel-1-Team Red Bull eine Überschreitung der Kostengrenze nach. Harte Strafen muss Max Verstappens Rennstall aber wohl nicht fürchten.
Das Logo des Motorsport-Weltverbandes Fia. © Jan Woitas/dpa/Symbolbild

Das Formel-1-Team Red Bull hat in der ersten Weltmeister-Saison von Max Verstappen mehr Geld ausgegeben als nach den Regeln erlaubt. Wie der Motorsport-Weltverband Fia nach einer Monate dauernden Kostendeckelüberprüfung mitteilte, überschritt der Rennstall die festgelegte Kostengrenze im vergangenen Jahr allerdings nur geringfügig.

Aus dem Gutachten geht hervor, dass Red Bull zudem wie das Aston-Martin-Team von Sebastian Vettel gegen Verfahrensregeln im Rahmen der Budget-Richtlinien verstoßen hat. 

Die Fia will nun mögliche Sanktionen gegen die beiden Rennställe prüfen. Der Dachverband wies darauf hin, dass die Vergehen der Teams finanzielle sowie sportliche Strafen nach sich ziehen können. Ein zwingender Abzug von WM-Punkten in der Konstrukteurswertung erfolgt jedoch erst bei erheblicher Überschreitung der Kostengrenze.

WM-Titel von Verstappen wohl nicht in Gefahr

Das wäre der Fall, wenn ein Team für das Vorjahr mehr als fünf Prozent über dem Limit von 148,6 Millionen US-Dollar (derzeit etwa 151,8 Millionen Euro) gelegen hätte. Der erste WM-Titel von Verstappen ist damit wohl nachträglich nicht in Gefahr. 

Red Bull reagierte mit «Überraschung und Enttäuschung» auf die Fia-Ergebnisse. Das Team zeigte sich weiter überzeugt, dass seine Ausgaben 2021 unter der Grenze lagen. Daher werde der Rennstall nun die Fia-Unterlagen und mögliche Maßnahmen prüfen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Kostendeckel sollte die Chancengleichheit erhöhen, auch wenn wichtige Posten wie die Fahrergehälter nicht mitgerechnet werden. Der Plan wurde von allen Teams gemeinsam ausgearbeitet. 

Zuletzt hatte es heftigen Wirbel um mögliche Regelverstöße bei Red Bull gegeben. Der Rennstall vermutete einen Angriff der Konkurrenz dahinter, um Unruhe im Fahrerlager zu stiften. 

Mercedes und Ferrari hatten indirekt schon Konsequenzen gefordert, auch wenn gegenseitig keine Namen genannt wurden. «Wir wollen, dass diese Aussagen widerrufen werden. Es ist nicht akzeptabel, solche Dinge zu sagen», sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der davon überzeugt war, nichts Falsches getan zu haben: «Es wurde eine Grenze überschritten, Bestrafungen für uns zu fordern.» Red Bull behielt sich rechtliche Schritte vor. Die Aussagen seien «diffamierend».

© dpa
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