Hülkenberg einziger Deutscher 2023: Spüre keinen Druck

Nico Hülkenberg macht seine erste Ausfahrt mit dem Haas. Nächste Saison hat Hülkenberg einen deutschen Sonderstatus. Spürt er Druck?
Fährt 2023 für das Team Haas: Nico Hülkenberg. © Hassan Ammar/AP/dpa

Der neue Haas-Pilot Nico Hülkenberg spürt durch seinen Sonderstatus als einziger deutscher Formel-1-Stammfahrer für die kommende Saison keinen besonderen Druck.

«Nein, überhaupt nicht», sagte Hülkenberg bei einer Medienrunde auf eine entsprechende Frage vor den abschließenden Testfahrten in Abu Dhabi. «Ich spüre von dieser Seite her keinen Druck.»

Der 35-Jährige bekommt für 2023 beim US-Team das Cockpit von Mick Schumacher, der bei Mercedes als Ersatzfahrer großes Interesse geweckt hat. Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel hat seine Karriere am Sonntag beendet.

«Das sind natürliche Zyklen, dass Nationen in der Formel 1 kommen und gehen», beschrieb Hülkenberg. «Deutschland war über Jahrzehnte sehr verwöhnt mit Michael (Schumacher), (Nico) Rosberg, Sebastian (Vettel) und Mercedes als Hersteller.» In Hülkenbergs Premierensaison 2010 waren sogar sieben deutsche Fahrer am Start gewesen.

Der Rheinländer hatte Ende 2019 keinen Vertrag mehr bei Renault als Stammpilot bekommen. Nach starken Einsätzen als Testfahrer bei Racing Point und dem Nachfolgeteam Aston Martin gibt er nun sein Comeback. Der Test in Abu Dhabi sei «ein kleiner Vorgeschmack, um ein Gefühl für das Auto zu bekommen», sagte Hülkenberg. Der «Hunger auf das Rennfahren, das Feuer in der Formel 1 zu sein», all das sei bei ihm voll da.

Vorbelastetes Haas-Duo

Haas hat aber eine Fahrerpaarung, die vorbelastet ist. 2017 beim Grand Prix in Ungarn gerieten Hülkenberg und Kevin Magnussen erst auf der Strecke, dann nachher verbal aneinander. Der Däne sei «wieder einmal der unsportlichste Fahrer im Feld», ätzte der damalige Renault-Pilot während eines TV-Interviews über den schon damaligen Haas-Fahrer. Magnussen erwiderte das mit einer Beschimpfung unter der Gürtellinie.

«Ich erwarte eine gute Beziehung», sagte Hülkenberg. «Wir haben den Vorfall geklärt und das Eis Anfang des Jahres gebrochen. Ich habe ihm zur Begrüßung dieselben Sachen wie 2017 gesagt, er fand das lustig und amüsant», erzählte Hülkenberg vollkommen entspannt.

Wie es mit seinem Engagement als Formel-1-Experte für Servus TV weitergeht, ist noch nicht klar. Das werde sich noch zeigen, sagte Hülkenberg.

© dpa
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