Die Lehren aus dem Großen Preis von Belgien

Die erdrückende Übermacht von Max Verstappen lässt die Konkurrenz in der Formel 1 ratlos zurück. Jetzt winkt dem Weltmeister nicht nur der Titel im Eiltempo, sondern auch ein besonderer Rekord.
Fährt in der Formel 1 in einer eigenen Liga: Der Niederländer Max Verstappen. © Virginie Lefour/BELGA/dpa

Wer nach der Formel-1-Sommerpause noch auf ein spannendes Titelrennen gehofft hatte, ist von Max Verstappen eines Besseren belehrt worden.

In Spa-Francorchamps raste der Weltmeister am Sonntag spielerisch von Startplatz 14 zum Sieg und führt in der Gesamtwertung jetzt schon mit 93 Punkten Vorsprung. Der zweite Titel ist für den Niederländer nur noch Formsache.

Max Verstappen fährt in einer eigenen Liga:

«Wie von einem anderen Planeten» sei der Red-Bull-Pilot in Belgien unterwegs gewesen, befand der abgehängte Ferrari-Fahrer Carlos Sainz. Verstappen war teils mehr als zwei Sekunden schneller pro Runde als die schnellsten Verfolger, das sind Welten in der Formel 1. «Das ist eine Leichtigkeit, mit der er momentan diese Leistungen bringt, das ist unwahrscheinlich», sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko bei Sky. Neun Siege in 14 Rennen hat der Niederländer schon gesammelt. In dieser Form könnte Verstappen den Rekord von 13 Saisonsiegen von Michael Schumacher und Sebastian Vettel in den verbleibenden acht Rennen knacken.

Ferrari ist ratlos:

Die Scuderia wurde in Spa schon wieder vorgeführt. Der Abstand zu Red Bull erschütterte Fahrer und Verantwortliche. «Wir müssen verstehen, was wir für die nächsten Rennen verbessern können», dozierte Teamchef Mattia Binotto. Was genau das sein könnte, vermochte aber zunächst keiner der Roten so genau zu sagen. Schließlich war Red Bull in allen Belangen überlegen gewesen. «Ich denke nicht, dass es nächste Woche ein paar Wunder geben wird, dass wir ganz nah an Red Bull sind», bekannte der WM-Dritte Charles Leclerc vor der Weiterreise nach Zandvoort - zu Verstappens Heimspiel.

Mick Schumacher gehen die Chancen aus:

Der Haas-Pilot braucht dringend ein paar gute Argumente, warum sein Team oder ein anderer Rennstall ihm nächstes Jahr ein Cockpit geben sollte. Da hilft es wenig, dass sein Auto trotz eines Pakets von Neuerungen in Belgien wohl das langsamste im Feld war. Und dann glühte auch noch der Popo des 23-Jährigen, weil sich sein Sitz wegen eines Defekts während des Rennens kräftig aufheizte. «Gutes Training für Singapur», scherzte Schumacher mit Blick auf das Schwitzrennen in fünf Wochen.

© dpa
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