«Louvre Agreement»: Finanzielle Stabilität für CS:GO-Teams?

16.11.2021 Nicht immer stand die CS:GO-Szene finanziell auf sicheren Beinen. Das «Louvre Agreement» zusammen mit der ESL soll den Teams eine sichere Einnahmequelle bieten. Auch BIG erhofft sich daraus Vorteile.

Bei vielen CS:GO-Turnieren der ESL Pro Tour ist BIG als neuer Louvre-Agreement-Partner nun fest mit am Start. Foto: Stephanie Lindgren/ESL Gaming/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Während es in der Öffentlichkeit im E-Sport vor allem um Titel geht, spielt für die Teams auch die finanzielle Seite eine große Rolle. Das sogenannte Louvre-Agreement soll der «Counter-Strike: Global Offensive»-Szene dabei Stabilität verleihen.

Die Partnerschaft wurde im Februar 2020 von der ESL zusammen mit damals 13 Counter-Strike-Organisationen gegründet, mit BIG wurde nun eine weitere deutsche Organisation in die Vereinbarung aufgenommen.

Sicherer Startplatz in der ESL Pro League

Während die Teams eine nicht näher genannte Summe investieren, erhalten sie einen sicheren Startplatz in mehreren ESL-Turnieren wie der Pro League, an dessen Einnahmen sie auch beteiligt werden.

Laut Ulrich Schulze, Vizepräsident für Produkte bei der ESL, spielen nicht nur finanzielle Aspekte, sondern auch die Vergangenheit und Bedeutung der Teams bei der Auswahl eine Rolle. «Wir haben da jetzt Organisationen aufgenommen, die auch schon seit Jahren in unseren Turnieren vertreten sind und mitgespielt haben», sagt er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «BIG hat einen starken Fokus auf den deutschen Markt - das hat bis jetzt kein anderes Team abgedeckt.»

Auswahlprozess für CS:GO-Teams

Die Berliner Organisation musste zuvor einen Auswahlprozess durchlaufen, der sich über ein halbes Jahr gezogen habe, berichtet BIG-Geschäftsführer Daniel Finkler. «Aber der war auch notwendig, weil die Liga ja sicherstellen will, dass sie letztendlich nur Teams aufnimmt, die dir auch einen Mehrwert liefern, damit man langfristig eine erfolgreiche Liga hat», sagt er im Gespräch mit dpa.

Die festen Startplätze sollen den Teams den Verbleib von Investoren, Sponsoren und Top-Spielern sichern, falls der Erfolg einmal ausbleiben sollte. Ohne einen Sicherheitsmechanismus müssten Teams Einsparungen vornehmen, sagt Finkler: «Wenn wir einen sehr guten Spieler bei uns haben, der langfristig unter Vertrag steht und auf einmal nicht mehr zufrieden ist, weil das Team nicht gut spielt, dann kommt ruckzuck ein anderer Topklub und dein Spieler wechselt.»

Vorteil für Louvre-Agreement-Teams

Schulze betont, dass die offene Qualifikation trotz der sicheren Startplätze für Louvre-Agreement-Teams weiterhin ein wichtiger Teil der ESL Pro League bleiben soll. Dass sich Teams auf ihren Plätzen ausruhen könnten, befürchten Finkler und Schulze nicht.

«Bei einem Sprint haben die Louvre-Agreement-Teams jetzt vielleicht einen fliegenden Start im Vergleich zu den anderen Teams, aber sie müssen trotzdem noch laufen. Und wenn sie nicht laufen, werden sie auf jeden Fall überholt», sagt Schulze.

© dpa-infocom GmbH

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