Alba-Manager Baldi lobt Mentalität nach erstem Finalsieg

Alba Berlin hat das erste Finalspiel gegen Dauerrivalen Bayern München gewonnen. Als klaren Favoriten sehen sich Hauptstädter aber weiterhin nicht.
Die Profis von Alba Berlin feierten den ersten Sieg im BBL-Finale gegen den FC Bayern München. © Andreas Gora/dpa

Die erste große Herausforderung hat Alba Berlin gegen Bayern München mit mentaler Stärke gemeistert.

«Auf dem ersten Spiel ist immer viel Druck. Und das Schwierigste gegen die Bayern ist, sein Spiel versuchen durchzuziehen und ruhig zu bleiben. Es ist das erfahrenste Team und das abgebrühteste Team», sagte Alba-Manager Marco Baldi nach dem 86:73-Heimsieg gegen den Dauerrivalen.

Denn gerade diese Abgebrühtheit störte lange Zeit den Rhythmus der Berliner. «Sie sind sehr, sehr clever und ausgeschlafen. Sie wissen, wann man Zeit rausnehmen muss. Einer fällt um, einer bindet sich die Schuhe, der Trainer beschwert sich. Es ist immer irgendwas», sagte Baldi und ergänzte: «Es ist sehr, sehr schwer da bei seinen Sachen zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber das ist uns heute gelungen.»

Dreier-Festival

Die Partie war lange Zeit sehr ausgeglichen. Beide Teams lieferten sich fast über das gesamte Spiel ein Dreier-Festival. Das überraschte sogar den so erfahrenen 60 Jahre alten Alba-Manager. «Es waren erstaunliche Wurfquoten auf beiden Seiten. Das war für ein Finale mit dieser Intensität eher außergewöhnlich», sagte Baldi.

Erst in der Schlussphase konnte sich der Titelverteidiger absetzen. Da wirkten die Berliner dann deutlich frischer und wacher. Sie hatten ihre Halbfinalserie gegen Ludwigsburg bereits letzten Freitag beendet und somit eine ganze Woche Zeit zur Vorbereitung.

Die Bayern hingegen mussten keine 48 Stunden nach ihrem Halbfinale wieder spielen. «Natürlich steckte das noch in deren Knochen. Das waren für uns vielleicht ein paar Extra-Körner», sagte Flügelspieler Louis Olinde.

18 Alba-Siege in Serie

Als den entscheidenden Grund wollten die Berliner dies aber nicht sehen. «Das sind alles durchtrainierte Profis. Und gerade in einem Finale wird noch einmal alles mobilisiert», meinte Baldi. Er sah den Unterschied in den verschiedenen Spielweisen: «Wir sind leichtfüßiger und unsere Spielanlage ist leichter», Und Olinde ergänzte: «Am Ende entscheidet in den Finalspielen ohnehin der Wille.»

In der Best-of-five-Serie führt Alba nun 1:0. «Mehr, aber auch nicht», meinte der Alba-Manager. Der Vorteil liegt nun beim Titelverteidiger, der mittlerweile 18 Siege in Serie geholt hat. «Wir haben das Selbstvertrauen und wissen, was wir können», sagte Olinde. Als klaren Favoriten sehen sich die Berliner vor dem zweiten Spiel am Dienstag in München (19.00 Uhr/MagentaSport) aber weiterhin nicht.

Auch, wenn Bayern-Trainer Andrea Trinchieri die Berliner schon vor dem Finale zu eben solchen erklärt hatte. «Diese Diskussionen finde ich immer ein bisschen langweilig. Diese ganzen Nebengeräusche sind völlig unwichtig», sagte Baldi. Solche Spielchen versuchten die Münchner auch vor dem Halbfinale gegen Bonn. Das verwunderte Baldi: «Wenn ich Bayern wäre und ich würde Bonn zum Favoriten titulieren. Da sehe ich ehrlich gesagt kein 'mia san mia'.»

© dpa
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