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Terodde nach Comeback-Tor: «Kompliment an Frau und Tochter»

Vier Monate hatte Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde kein Tor geschossen. Mit einer ganz besonderen Motivation klappte es im wichtigen Keller-Duell gegen Osnabrück nun wieder.
Simon Terodde
Schalkes Simon Terodde jubelt über sein Tor zum 3:0. © Bernd Thissen/dpa

Nach seinem Elfmeter zum 3:0 verdrückte Simon Terodde eine Träne und jubelte symbolisch mit dem Daumen im Mund. Wem der Zweitliga-Rekordtorschütze sein erstes Tor seit fast vier Monaten widmete, war schnell offenkundig.

«Gestern war ich noch im Kreißsaal und bin Papa einer gesunden Tochter geworden», erzählte der 35-Jährige nach dem erlösenden 4:0 des FC Schalke 04 gegen den VfL Osnabrück: «Jetzt bin ich dreifacher Vater. Diese Emotionen haben mir unheimlich viel Energie gegeben.» 

Comeback-Chance fast verpasst

Für Trainer Karel Geraerts hatte schon Anfang der Woche festgestanden, dass er Terodde ausgerechnet nach dessen Tiefpunkt mit 90 Minuten auf der Bank beim 3:5 in Düsseldorf von Beginn an spielen lassen will. «Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man Vater wird», sagte der Belgier, der gleich fünf Kinder hat: «Dann schwebst du auf Wolken.» Nachdem Terodde an den beiden Tagen vor dem Keller-Duell nicht beim Training sein konnte, habe er ihn aber sicherheitshalber gefragt, «ob er wenigstens ein bisschen Schlaf bekommen hat».  

Letztlich stand Terodde erstmals seit Geraerts Debüt am 22. Oktober wieder in der Startelf. Wäre die kleine Tilda einen Tag später geboren, hätte er seine Comeback-Chance verpasst. «Kompliment an meine Frau und meine Tochter», sagte er lachend: «Das war ein Wettlauf gegen die Zeit. Aber ich habe gesagt: Macht ganz entspannt. Und das hat gut gepasst.»

Emotionsschub zur rechten Zeit

Der Emotionsschub kam für ganz Schalke zur rechten Zeit, denn vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten hatte die Stimmung beim Bundesliga-Absteiger endgültig auf der Kippe gestanden. «Es war ein schwieriges Spiel, denn die Woche über hatte es viele negative Emotionen rund um das Team gegeben», sagte der Trainer. Terodde bekam von der Anspannung weniger mit, «ich hatte wichtige Dinge zu erledigen». Doch auch ihm war bewusst: «Der Druck war enorm. Denn es geht um das große Ganze. Wir sind nicht Achter, Siebter oder Sechster, es geht gegen den Abstieg.» 

Osnabrück ist nun neun Punkte entfernt, zwei mehr als der VfL in 15 Spielen geholt hat. Und wenn Terodde seinen Torriecher nachhaltig wiederfindet, könnte Schalkes Weg bald aus dem Keller führen. Und dann werden viele an die Sonder-Motivation durch die Geburt von Tilda Terodde denken.

© dpa
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