Kaiserslautern feiert Aufstiegshelden - «Viel Herzblut»

25.05.2022 Bei einer großen Fan-Party feiert der 1. FC Kaiserslautern die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga. Der Sieg bei Dynamo Dresden sorgt für Jubel und Freude über die Stadt hinaus in Rheinland-Pfalz.

Der 1. FC Kaiserslautern hat bei einer großen Party auf dem Stiftplatz der Stadt mit tausenden Fans den Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert.

Die Freude über die Rückkehr der Roten Teufel in die zweithöchste Fußball-Klasse nach vier Jahren war über die Stadtgrenze hinaus in Rheinland-Pfalz groß.

«Die Mannschaft hat ein Erdbeben ausgelöst», sagte Oberbürgermeister Klaus Weichel am Abend. Zur Party auf dem Stiftsplatz kamen Terrence Boyd und René Klingenburg mit Zigarre auf die Bühne, Mike Wunderlich brachte eine XXL-Flasche Whisky mit und reichte sie den Fans im Publikum weiter.

Popstar Mark Forster trug mit einem Song zur prächtigen Stimmung der Aufsteigergemeinde bei. «Die Vorfreude auf die zweite Bundesliga ist riesengroß», jubelte Kapitän Jean Zimmer. «Es kommen jetzt richtig geile Gegner auf uns zu.» Und: «Diese Feier heute war das i-Tüpfelchen auf die letzten Wochen!»

Auch Ministerpräsidentin Dreyer gratuliert

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gratulierte dem FCK, der mit «riesiger Willenskraft, viel Herzblut» den Aufstieg geschafft habe. «Ich freue mich mit für die Fans, die Stadt und die Region und ganz persönlich auf die Spiele in der 2. Bundesliga», sagte sie. Die Lauterer hatten am Dienstagabend mit einem 2:0 im Relegationsrückspiel bei Dynamo Dresden den Aufstieg geschafft.

«Von ganzem Herzen» freute sich Sportminister Roger Lewentz (SPD) über den Aufstieg. Die ganze Pfalz und die großartigen Fans hätten diese erfolgreiche erste Etappe des Aufstiegsmarathons mehr als verdient. «Der in der 3. Liga mehrfach ausverkaufte Betzenberg gehört wieder ins Oberhaus des deutschen Fußballs», betonte er.

Sogar Ex-Trainer Marco Antwerpen, der kurz von den Relegationsspielen beurlaubt und durch Dirk Schuster ersetzt worden war, zollte dem 1. FC Kaiserslautern Anerkennung, wenn auch nicht ganz ohne Wehmut. «Die Mannschaft, der ganze Verein, haben Großartiges geleistet. Ich bin stolz auf die Jungs», sagte er dem TV-Sender Sport1, bekannte aber auch: «Für mich war es natürlich emotional nicht leicht, die Relegationsspiele zu verfolgen.»

Partie nach zweitem FCK-Treffer unterbrochen

Einen Schatten auf das Freudenfest wurde durch die Ankündigung des Deutschen Fußball-Bundes geworfen, dass wegen der Vorfälle beim Relegationsspiel ein Verfahren gegen beide Vereine eingeleitet wird. Dies teilte der DFB auf dpa-Anfrage mit. Nach dem zweiten FCK-Tor in der Nachspielzeit war die Partie für mehrere Minuten unterbrochen, weil aus dem Dresdner Fanblock Leuchtraketen und Böller auf den Rasen geworfen wurden. Zudem wurden Dynamo-Vereinsfahnen verbrannt.

Die Pfälzer Aufstiegshelden hatten bereits auf der Rückfahrt aus Dresden kräftig gefeiert und im Bus «die Kuh fliegen lassen», wie Trainer und Antwerpen-Nachfolger Dirk Schuster ankündigte.

Kurz nach Abpfiff der Partie rannten die Roten Teufel zu ihren Fans, hüpften und tanzten mit ihren Anhängern und kippten das erste Bier noch auf dem Rasen an der Eckfahne, während die Fans brüllten: «Lautern ist der geilste Club der Welt!»

Dank auch an den Ex-Trainer

Und wo der Club hin will, verdeutlichte Mittelfeld-Akteur Mike Wunderlich: «Der Verein gehört nicht in die 3. Liga und auch nicht in die 2. Liga. Wir sind wenigstens den ersten Schritt gegangen», sagte der Routinier und dankte dem kurz vor der Relegation freigestellten Antwerpen: «Der Coach hat einen super Job gemacht. Und der neue Coach auch.»

Für die Pfälzer endete eine vierjährige Leidenszeit in der Drittliga- Tristesse. Abwehrspieler Kevin Kraus kündigte im Überschwang der Gefühle an: «Wir feiern bis zum Verlust der Muttersprache.» Auf dem heimischen Betzenberg hatten 7500 Fans beim Public Viewing den Aufstieg bejubelt. «Die Mannschaft hat immer an ihre Chance geglaubt», sagte Schuster und dankte auch Antwerpen: «Wir haben heute das vollendet, was er vorbereitet hat.»

© dpa

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