Flaute im Aufstiegskampf - Pleiten für HSV und Darmstadt

Die Aufstiegsfavoriten patzen, die Verfolger gewinnen nicht. Darmstadt bleibt Spitzenreiter trotz Niederlage.

Der Hamburger SV hat die Gunst der Stunde nicht genutzt und nach Ausrutschern der Konkurrenz die Tabellenführung verpasst. Im Rennen um die Plätze in der Fußball-Bundesliga schaffte keines der sechs Top-Teams am Wochenende einen Sieg.

Nach der überraschenden Niederlage von Spitzenreiter Darmstadt 98 in Bielefeld gelang dem Hamburger SV durch das 2:4 (0:3) beim Karlsruher SC ebenso nicht der Sprung an die Spitze wie am Abend zuvor dem 1. FC Heidenheim nach dem 1:1 bei Verfolger Düsseldorf.

Abgezockter KSC setzt Siegesserie fort

Bereits nach einer halben Stunde lag der zuvor in sieben aufeinanderfolgenden Spielen unbesiegte HSV durch die Treffer von Paul Nebel (11.), Leon Jensen (17.) und Fabian Schleusener (32.) 0:3 zurück. Ein Doppelpack von Robert Glatzel (50./80.) brachte die Gäste noch einmal heran, ehe Schleusener mit dem 4:2 (89.) den Schlusspunkt setzte und mit dem KSC den fünften Sieg nacheinander feierte. HSV-Trainer Tim Walter sah in der Schlussphase noch die Rote Karte, zuvor erhielt Francisco Montero die Gelb-Rote Karte. «Das war das Schlechteste, was der HSV jemals auf dem Platz gezeigt hat in meiner Zeit», sagte Walter zur ersten Halbzeit. «Das war eine Vollkatastrophe», befand Hamburgs Doppeltorschütze Glatzel.

Bielefelds wichtiger Sieg im Tabellenkeller

Die seit 13 Spieltagen weiterhin an der Spitze thronenden Darmstädter unterlagen mit 1:3 beim Kellerkind Arminia Bielefeld, wo der neue Trainer Uwe Koschinat wieder für Hoffnung im Abstiegskampf gesorgt hat. Das 1:0 der Gäste durch Mathias Honsak, drehten Manuel Prietl, Benjamin Kanuric und Fabian Klos mit ihren Treffern zum 3:1-Sieg. «In einer so langen Saison gibt es Phasen, in der man eine kleine Delle hat. Wir dürfen nicht alles schlechtreden, sondern wollen mit Ruhe und Klarheit aus dieser Delle wieder rauskommen», erklärte Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht nach drei sieglosen Spielen in Serie.

Die Ostwestfalen hingegen feierten vor 18.123 Zuschauern völlig begeisterten Zuschauern ihren erst zwei Tage zuvor verpflichteten Chefcoach Uwe Koschinat. «Es war nicht so einfach in den letzten Wochen. Der Trainerwechsel war ein neuer Impuls, er hat Feuer und Vertrauen in die Spieler gebracht», befand Torschütze Prietl. Koschinat war überwältigt von den Emotionen. «Ich bin durchgedreht», sagte der 51-Jährige.

Stillstand im Aufstiegskamof, Punkte für Kellerkinder

Das Rennen um den Aufstieg beschränkt sich auf das Spitzentrio. Alle Verfolger verpassten mit Punktverlusten, den Rückstand auf Platz drei zu verkürzen. «Ich bin enttäuscht, weil wir eine große Chance nicht genutzt haben», sagte Fortuna Düsseldorfs Kapitän Andre Hoffmann nach dem 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim. Damit behält der Tabellendritte seine sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger SC Paderborn (40), der sich mit einem 0:0 beim 1. FC Magdeburg begnügen musste. Doch Trainer Lukas Kwasniok war nicht unzufrieden. «Lieber ein Punkt als in die Buxe gemacht, auch wenn wir unterm Strich gerne drei Punkte mitgenommen hätten», sagte der Coach.

Auch der von einer Krankheitswelle geplagte 1. FC Kaiserslautern, der gemeinsam mit den Düsseldorfern einen Punkt hinter Paderborn liegt, kam gegen Abstiegskandidat SV Sandhausen über ein 2:2 nicht hinaus. «Ich will nicht jammern, aber wir hatten nur 19 Spieler auf dem Spielberichtsbogen. Das zeigt schon, dass es uns massiv getroffen hat», sagte Chefcoach Dirk Schuster.

Im Abstiegskampf schaffte Schlusslicht Jahn Regensburg nach zehn sieglosen Spielen einen 2:1-Erfolg bei Holstein Kiel und schob sich auf Rang 16 vor. Hannover 96 blieb nach dem 1:1 gegen Hansa Rostock auch im achten Spiel in Serie sieglos.

© dpa ⁄ Morten Ritter, dpa
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