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Wolfsburg in der Krise: «Da gibt's nichts schönzureden»

Individuelle Fehler, harmlose Offensive, Kommunikationsprobleme: Beim VfL Wolfsburg passt derzeit vieles nicht zusammen. Die anstehende Pause sieht Trainer Kovac auch als Chance in der Krise.
Niko Kovac
Musste mit seiner Mannschaft in Gladbach eine Schlappe hinnehmen: Wolfsburgs Trainer Niko Kovac. © Swen Pförtner/dpa

Den «Dampfhammer» packte Niko Kovac nach eigenen Angaben nicht aus. Deutlich wurde der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 0:4-Debakel bei Borussia Mönchengladbach trotzdem.

«Wenn man so viele Fehler macht, wird man in der Bundesliga kein Spiel gewinnen», sagte der 52-Jährige. Nach gutem Saisonstart sind die Niedersachsen in eine veritable Krise gerutscht. Nur einen Zähler holte der VfL aus den vergangenen fünf Bundesligaspielen. Der Auftritt in Gladbach am Freitagabend ist der vorläufige Tiefpunkt der Entwicklung.

«Da gibt’s nichts schönzureden», sagte Wolfsburgs Kapitän Alexander Arnold. «Wir machen momentan so viele Fehler. Ich weiß nicht, warum wir das so machen, warum wir uns selber so in die Bredouille bringen, warum wir Gladbach einladen. Ich weiß es nicht.» Der 29-Jährige sagte zudem: «Es ist schon eine Situation, die ganz klar jeden zum Denken anregen sollte.»

Sportchef erkennt gravierende Fehler

Wolfsburgs Geschäftsführer Marcel Schäfer sprach von einer «katastrophalen Leistung» und einem «desaströsen Auftritt». Am Freitagabend patzte Torwart Koen Casteels bei zwei Gegentoren. Schäfer, der in den Katakomben des Borussia-Parks sichtlich genervt war, sieht das Problem aber nicht auf einzelne Spieler beschränkt. «Wir machen gravierende Fehler im Spiel, die dazu führen, dass der Gegner relativ einfache Tore schießen kann. Man kann auch nicht sagen, das war der oder der, sondern jede Woche ein anderer.» Statt um die internationalen Plätze zu spielen, ist der VfL ins Niemandsland der Tabelle abgerutscht.

Aus der Krise komme man als Mannschaft nur raus, «indem du dich auf die einfachen Dinge besinnst», sagte Schäfer. Ein Einsatz- oder Mentalitätsproblem sieht er nicht. Der frühere Nationalspieler vermisst vor allem die «Klarheit» in den Aktionen auf dem Platz. Tatsächlich fehlten den Wolfsburgern im Spiel nach vorn Zielstrebigkeit und Spielwitz. Immer wieder leisteten sie sich Fehlpässe. Es wirkte so, als seien einzelne Spieler und Mannschaftsteile nicht gut aufeinander abgestimmt.

Trainer Kovac sieht Taktik nicht als Problem

Das deutete auch Kovac an, der von Verunsicherung bei seinen Profis sprach. «Die Jungs wissen, dass wir gemeinsam anders agieren müssen», sagte er. «Man muss als Einheit auftreten. Man muss miteinander kommunizieren auf dem Platz.» Nur dann könne man sich Laufwege sparen und sich gegenseitig helfen. «Es liegt, glaube ich, nicht in erster Linie an taktischen Sachen», sagte Kovac.

Dass sie es eigentlich können, zeigten die Wolfsburger zuletzt im DFB-Pokal. Erst vor rund anderthalb Wochen warfen sie Titelverteidiger RB Leipzig aus dem Wettbewerb. Der erhoffte Schub durch das Erfolgserlebnis blieb jedoch aus.

Kovac betrachtet die anstehende Länderspielpause nun auch als Chance. «Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn der ein oder andere mal wegkommt und mit der Nationalmannschaft auf andere Gedanken kommt», sagte er. Viel einstudieren und arbeiten kann er mit seinem Kader dann allerdings nicht.

© dpa ⁄ Thomas Eßer, dpa
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