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VfB macht sich nach Dämpfer keine Sorgen

Der Höhenflug des VfB Stuttgart hat ein Ende gefunden. Die Verantwortlichen und die Spieler können die Lage aber einschätzen und hoffen am Dienstag im Pokal gegen Union Berlin auf eine Reaktion.
VfB Stuttgart - TSG 1899 Hoffenheim
Grischa Prömel (M) brachte Hoffenheim in Stuttgart in Führung. © Marijan Murat/dpa

Stuttgarts Sportchef Fabian Wohlgemuth spürte nach dem Ende des beinahe rauschhaften Höhenflugs fast vergessene Emotionen. «Ärgerlich», fand Wohlgemuth das 2:3 (0:2) des VfB gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

In fast allen statistischen Kategorien behielten die Schwaben die Oberhand. Sie gaben deutlich mehr Torschüsse ab, gewannen mehr Zweikämpfe und hatten insgesamt 6:0 Ecken vorzuweisen - nur das Ergebnis sprach gegen den VfB. «Es hat nicht sollen sein», sagte Wohlgemuth.

Der vorübergehende Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga gelang nicht, weil das beste Auswärtsteam der Liga seine Serie fortsetzte und dadurch jene des VfB nach sechs Siegen beendete. Stuttgart hat nach neun Spieltagen 21 Zähler auf dem Konto, die Hoffenheimer drei Punkte weniger. Was auch für die TSG spricht: Erst zwei anderen Mannschaften in der Liga-Historie gelang es bisher, mit fünf Punkte-Dreiern in der Fremde zu starten.

VfB schon am Dienstag erneut gefordert

Umwerfen wird die erste Heimniederlage in der Liga unter der Leitung von Trainer Sebastian Hoeneß die Stuttgarter nicht, da ist sich Wohlgemuth sicher. «Dass wir ohne Fehler und ohne Niederlage durch die Saison gehen, haben ja wohl nur die wenigsten geglaubt», sagte er. «Aber wir werden Tabellenplätze abgeben, deswegen bleibt auch die Enttäuschung.»

Viel Zeit, um den Dämpfer aufzuarbeiten, bleibt nicht. Bereits am Dienstagabend steht das Zweitrunden-Spiel im DFB-Pokal gegen den kriselnden 1. FC Union Berlin an. «Ich finde es immer gut, dass es direkt weitergeht. Das ist die beste Möglichkeit, um Rückschläge zu verarbeiten», sagte Hoeneß.

Insbesondere gilt das für Deniz Undav. Der Vertreter von 14-Saisontore-Mann Serhou Guirassy spielte gegen Hoffenheim lange Zeit glücklos. Nachdem Grischa Prömel (5. Minute) und Wout Weghorst (21.) die TSG früh in Führung gebracht hatten, vergab Undav einen Strafstoß nach einer halben Stunde. Nach der Pause bereitete er den Anschlusstreffer von Neu-Nationalspieler Chris Führich vor, den Endstand erzielte er per Kopf selbst. Zum zwischenzeitlichen 3:1 hatte Robert Skov für Hoffenheim getroffen.

Undav selbstkritisch

«Ein entscheidender Faktor, warum wir das Spiel nicht gewonnen haben, war ich», sagte der Startelf-Debütant selbstkritisch. «Ich habe mir selbst Druck gemacht, aber der Elfmeter muss rein. Ich muss den Kopf jetzt oben behalten und eine Reaktion zeigen.»

Stuttgart muss vorerst weiter ohne Schlüsselfigur Guirassy auskommen, hat mit Führich, Silas Katompa Mvumpa, Enzo Millot und Undav aber Spieler, die ebenfalls Spiele entscheiden können. Für Hoeneß kommt es im Pokal aber darauf an, dass seine Mannschaft in der Defensive an ihre Leistungsgrenze kommt. «Die Konterabsicherung ist auch gegen Union ein Thema. Bei Berlin ist es Sheraldo Becker, gegen Hoffenheim war es Maximilian Beier und das ist ein zentraler Punkt, an dem wir ansetzen müssen.»

Nach den sechs Siegen nacheinander sprachen Wohlgemuth und Hoeneß immer wieder von Demut. Aber auch für diese Situation haben die Verantwortlichen des Fast-Absteigers der Vorsaison das nötige Feingefühl, um die Lage richtig einzuschätzen. «Die Mannschaft ist inzwischen so stabil, dass sie damit umgehen kann», sagte Wohlgemuth.

© dpa ⁄ Maximilian Wendl, dpa
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