So geht's ohne Lewandowski: Mané und de Ligt treffen bei 6:2

Die neue Tor-Taktik nach Robert Lewandowski muss jetzt nur noch gegen schlagkräftigere Gegner funktionieren. In Washington fertigen die Münchner D.C. United locker-leicht mit 6:2 ab.
Bayern Münchens Sadio Mane (r) jubelt über einen Treffer im Test gegen D.C. United. © Nick Wass/FR67404 AP/dpa

Manuel Neuer plauderte am Stadionausgang lange mit einem deutschen Top-Footballer, Thomas Müller nahm nach dem 6:2-Sieg und dem Tordebüt der neuen Bayern-Stars zufrieden ein Trikot der in den USA so populären Sportart als Souvenir mit ins Hotel.

Und die Erkenntnis, dass der FC Bayern München auch ohne Robert Lewandowski reichlich Tore schießen kann. «Nach Lewys Abgang müssen wir die Tore auf verschiedene Schultern verteilen. Und das ist gut gelungen», sagte Müller nach dem locker-leichten Erfolg mit Treffern von Sadio Mané und Matthijs de Ligt gegen D.C. United.

Nächster Test gegen Manchester City

Jetzt muss das nur auch gegen stärkere Gegner als gegen den Tabellenletzten der Eastern Conference in der Major League Soccer glücken. Ein erster Prüfstein könnte der englische Meister Manchester City in der deutschen Nacht zum Sonntag in Green Bay werden - es ist gleichzeitig die Generalprobe für den Pflichtspielstart mit dem Supercup eine Woche später bei Pokalsieger RB Leipzig.

«Ich denke, wir sind gefährlich genug, um viele Tore in der Zukunft zu erzielen», sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem Erfolg in der US-Hauptstadt, in der er mit der Doppelspitze Serge Gnabry und Mané gestartet war. Beide trafen.

Im schwül-warmen Washington war der noch 34-Jährige vor einem geplanten Besuch im Weißen Haus mit dem ersten und gleichzeitig vorletzten Test einer kurz bemessenen Vorbereitung jedenfalls zufrieden. «Wir haben gewonnen. Anders als im letzten Jahr, wo wir nicht viele Spiele in der Vorbereitung gewonnen haben», sagte er lächelnd: «Ich fühle mich besser als im letzten Jahr» 2:3 gegen Köln, 2:2 gegen Amsterdam, 0:2 gegen Mönchengladbach und 0:3 gegen Neapel hieß es damals.

Bayern-Neuzugänge treffen gegen D.C. United

Diesmal lässt es sich besser an, zumal außer Mané auch de Ligt nach einer Marathonanreise von Turin über München nach Washington traf. Zwar musste der neue Abwehrchef vorzeitig wieder runter, doch Nagelsmann wiegelte ab: «Harter Tag, keine Verletzung.» Auch de Ligt selbst war nicht besorgt.

Außer den beiden neuen Topstars sorgten noch Müller, Gnabry, Joshua Zirkzee und Marcel Sabitzer für die Bayern-Tore. Gerade Letzterer überzeugt den Coach aktuell. «Er ist einer der besten Spieler in der Vorbereitung bislang», lobte Nagelsmann den früheren Leipziger Mittelfeldakteur Sabitzer, der um seine letzte Bayern-Chance kämpft.

Wie mit den Torschützen Mané und de Ligt war Nagelsmann auch mit Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch, der mit einem Traumpass das 6:2 von Müller ebnete, zufrieden. «Beide Spieler haben es sehr gut gemacht, vor allem im Training», sagte Nagelsmann, der bei zwei morgendlichen Joggingrunden einen Hauch von Washingtons imposanten Bauwerken und schönen Parkanlagen erlebt hatte.

Müller, der ein Trikot des Football-Partnerclubs Kansas City Chiefs präsentierte, war mit dem ersten Auftritt in der Ära nach Tormaschine Lewandowski ebenfalls zufrieden. Wie Neuer unterhielt er sich am Ausgangstor noch mit dem gebürtigen Münchner David Bada, der für die Washington Commanders in der NFL spielt.

Müller: «Sind sehr variabel und flexibel»

Die neue Variabilität im Angriff gefiel Müller. «Wir sind grundsätzlich in der Offensive sehr variabel und flexibel aufgestellt. Da hat keiner so ein ganz festgelegtes Profil», sagte der 32-Jährige. «Da ist vieles möglich.» Ein Spiel, das dem Fußball-Freigeist und früherem WM-Torschützenkönig sehr zugutekommen könnte.

Nagelsmann ist gespannt und zuversichtlich. «Wir haben versucht, ein paar Dinge anders zu machen als in der Vorsaison. Da wussten wir, wenn wir über Robert spielen, ist es normalerweisweise ein Tor», sagte er. «Jetzt haben wir nicht den klassischen Neuner.»

Anders als in den vergangenen Jahren agierten die Münchner mit zwei Spitzen. «Es ist eine neue Rolle bei Bayern, aber es hat Spaß gemacht. Ich denke, wir haben uns ganz gut verstanden», sagte der 27 Jahre alte Gnabry. «All die Neuzugänge sind Top-Jungs mit Top-Qualität und bringen sich gut ein in die Mannschaft.»

Mané nahm sich bei seinem Premierentreffer zum 1:0 auch gleich den Ball, um vom Elfmeterpunkt mit etwas Glück zu treffen. «Ich glaube es gibt viele, die gerne Elfmeter schießen würden», sagte Gnabry über die Rolle, die bislang fest für den sicheren Lewandowski reserviert war. «Mané ist einer der Kandidaten», sagte Nagelsmann.

© dpa
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