Neue Ziele bei Union statt Kruse-Tief

Was geht noch? Union Berlin will jetzt mehr. Der Sieg gegen Köln soll als Schwungmacher dienen. Auch gegen die Hertha. Und für den Rest der Saison.

Selbst der stets mahnend-warnende Urs Fischer fing plötzlich an zu rechnen. Drei Heimspiele noch, neun Punkte. 50 insgesamt. So viele wie die bisherige Bestmarke des 1. FC Union Berlin in mittlerweile fast drei Jahren in der Fußball-Bundesliga.

«Das kann ich mir gut vorstellen», sagte Fischer. Was er noch nicht eingepreist hatte: Das kommende Spiel, ein Beinahe-Heimspiel. Das Derby in der Hauptstadt. «Wir haben dieses Jahr gezeigt, wer die Nummer eins in Berlin ist. Das wollen wir so weiter beibehalten», betonte Abwehrchef Robin Knoche.

Das 1:0 war ein Sieg zur rechten Zeit. Nicht nur, weil die Eisernen gegen den 1. FC Köln mit dem einstigen Unioner Publikumsliebling Steffen Baumgart als Trainer nach Wochen des meist vergeblichen Mühens die Zielmarke von 40 Punkten und mehr schafften und am geschlagenen Gegner mit einem Zähler mehr in der Tabelle vorbeizogen. Sondern vor allem auch, weil nach dem überraschenden Weggang von Max Kruse zum VfL Wolfsburg Ende Januar aus Unioner Sicht endlich der zweite Sieg gelang.

Fünf Niederlagen hatte die Fischer-Mannschaft in der Zeit ohne den eigenwilligen Offensivinspirator kassiert und ein Unentschieden geschafft. Die Finesse eines Kruse fehlt den Eisernen zwar weiterhin, eine Passquote von 70 Prozent spricht auch für sich beim fünften Sieg über die Kölner in der sechsten Begegnung mit dem Team vom Rhein in der Bundesliga.

Union setzt sich neue Ziele

Dank Kampf, Leidenschaft, Einstellung und im richtigen Moment, wie beim Fehlpass von Ex-Nationalspieler Jonas Hector, der Kaltschnäuzigkeit von Taiwo Awoniyi stimmten sich die Unioner zum Auftakt des 28. Spieltags aber auf das ein, was noch kommt. «Ich glaube schon, dass wir diese Saison noch einiges erreichen können», sagte Knoche. Daheim bauen die Unioner, die sich nun erstmal gemeinsam neue Ziele setzen wollen, gegen Eintracht Frankfurt, die SpVgg Greuther Fürth und den SC Freiburg auch auf die Wucht der Fans wie gegen Köln. Auswärts geht es nach dem Match gegen die Hertha noch gegen RB Leipzig und am letzten Spieltag gegen den VfL Bochum.

Fokus auf das Spiel gegen Hertha

Gegen RB treten die Unioner auch noch im Halbfinale des DFB-Pokals an und wollen das schaffen, was den Profis von Hertha mal wieder verwehrt blieb. Das Endspiel in Berlin. Die nächste Schmach für den Club aus dem Westend soll es aber schon kommende Woche geben. «Ich hoffe, dass wir ein bisschen Wind mitnehmen», sagte Fischer: «Wir werden uns dann ab Montag auf die Aufgabe Hertha vorbereiten.» Bis dahin haben die Spieler erstmal frei.

Es wird das dritte Duell mit Hertha BSC in dieser Saison. Nummer eins hatte Union im November vergangenen Jahres in der Meisterschaft mit 2:0 im Stadion An der Alten Försterei gewonnen, Nummer zwei im Achtelfinale des DFB-Pokals im Januar mit 3:2 im Olympiastadion. Nummer drei kann kommen.

© dpa
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