Mit Leidenschaft und Fan-Liebe: Terzic neuer BVB-Trainer

23.05.2022 Marco Roses Vorgänger ist nun auch offiziell sein Nachfolger. Nach nur einer Saison kehrt Edin Terzic als Cheftrainer bei Borussia Dortmund zurück. Die Verpflichtung kommt nicht überraschend.

Edin Terzic ist der neue Cheftrainer bei Borussia Dortmund. © Friedemann Vogel/EPA-Pool/dpa

Der Wunschtraum vieler BVB-Fans geht in Erfüllung: Edin Terzic soll mit Borussia Dortmund die Bayern jagen und mit Leidenschaft und viel Vereinsliebe eine neue Ära beim Revierclub prägen.

Nach nur einem Jahr kehrt der 39 Jahre alte Ur-Borusse als Nachfolger von Marco Rose auf den Trainerposten zurück. «Wir werden jeden Tag alles für den Erfolg der Mannschaft und des gesamten Vereins geben», sagte Terzic. Er hatte die Dortmunder im vergangenen Jahr vor Roses Amtsantritt zum Sieg im DFB-Pokal geführt und ist bei vielen Anhängern und im Umfeld des BVB extrem beliebt.

«Mittlerweile dürfte vielen Menschen bekannt sein, welch besonderen Stellenwert der BVB in meinem Leben hat», sagte der im sauerländischen Menden geborene Terzic. Mit Blick auf die Dortmunder Verantwortlichen ergänzte er: «Ich möchte mich daher herzlich bei Aki Watzke, Michael Zorc und Sebastian Kehl für das große Vertrauen und das Übertragen dieser großen Verantwortung bedanken.»

Seine Verpflichtung war keine Überraschung mehr. Bereits kurz nach der doch etwas überraschenden Trennung von Rose war durchgesickert, dass der bisherige Technische Direktor als Cheftrainer zurückkehren soll. Am Dienstag soll Terzic einen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschreiben. Er ist der logische Nachfolger Roses.

Terzic steht für sportlichen Neuanfang

«Wir haben am vergangenen Wochenende mehrere intensive Gespräche mit Edin Terzic geführt und sind überzeugt davon, dass diese Personalentscheidung für den BVB die richtige ist», sagte der designierte Dortmunder Sportdirektor Kehl. «Die Saison 2022/23 steht im Zeichen eines sportlichen Neuanfangs. Diesen werden wir gemeinsam mit großer Freude und Leidenschaft vorantreiben», fügte er hinzu.

Zum Neuanfang gehören gravierende Veränderungen im Kader. Superstürmer Erling Haaland wechselt zu Manchester City. In den drei deutschen Nationalspielern Niklas Süle (FC Bayern München), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) und Karim Adeyemi (RB Salzburg) sowie dem bisherigen Kölner Salih Özcan hat der BVB bereits vier spannende und hochtalentierte Neuzugänge verpflichtet.

Sicherheitshalber beim BVB gehalten

Terzic hatte die Dortmunder im Dezember 2020 bereits als Interimslösung nach der Beurlaubung von Lucien Favre übernommen, nach durchwachsenem Beginn stabilisiert und zum Pokalsieg geführt. Schon damals hatte er die Zuneigung des großen BVB-Anhangs sicher. Doch die Bosse um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatten da bereits den damaligen Gladbacher Trainer Rose zur neuen Saison verpflichtet. Eine folgenschwere Entscheidung - für viele Beteiligte.

BVB-Liebling Terzic wurde zur Sicherheit im Club gehalten und auf die neu geschaffene Position des Technischen Direktors gehoben. Damit wurde nach Meinung mancher Beobachter die Autorität von Rose von Beginn an untergraben. Der führte die Dortmunder immerhin zur Vize-Meisterschaft. Der erhoffte Bundesliga-Angriff auf Serienmeister FC Bayern München aber missriet gründlich. Mit acht Punkten Vorsprung wurde das Team von Trainer Julian Nagelsmann ungefährdet zum zehnten Mal nacheinander deutscher Meister.

Schwache BVB-Saison

In den Pokal-Wettbewerben gaben die Dortmunder zudem ein sehr schwaches Bild ab. Im DFB-Pokal scheiterte der Titelverteidiger bereits im Achtelfinale am Zweitligisten FC St. Pauli. In der Champions League kam das Aus in einer durchaus machbaren Gruppe bereits in der Vorrunde. Zuletzt wuchsen in der Führungsetage die Zweifel am ehrgeizigen Rose. Nach einer großen Saisonanalyse am Donnerstag kam der konsequente Schnitt.

Seit dem Abgang von Kult-Coach Jürgen Klopp im Sommer 2015 sucht der BVB nach einer langfristigen Lösung auf der Trainerbank. Sechs verschiedene Verantwortliche probierten sich seitdem an der Seitenlinie. Ob Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger, Favre, Terzic in seiner ersten Amtszeit oder nun Rose: Keiner von ihnen blieb wirklich lange. Mit dem Terzic-Comeback soll nun endlich Konstanz her.

Mit welchem Trainerteam er in die Saison geht, steht noch nicht fest. Diesbezügliche Gespräche wollen die Verantwortlichen beim BVB in den kommenden Tagen führen.

© dpa

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