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Bayer bleibt bescheiden - Drohung an die Konkurrenz

Bayer Leverkusen scheint einige Transfer-Volltreffer gelandet zu haben. Am Sonntag legte der Werksclub noch einmal nach. Trotz des Diaby-Abgangs ist ein exquisiter Kader beisammen, der früh abliefert.
Frühform
Bayer Leverkusen zeigte auch am zweiten Spieltag eine starke Leistung. © Federico Gambarini/dpa

Der Zeitpunkt mag zufällig gewesen sein, aber dennoch war die Verkündung des wohl teuersten Sommereinkaufs von Bayer Leverkusen ein weiteres Zeichen an die Konkurrenz. Rund 13 Stunden nach der beeindruckenden Frühform-Demonstration beim 3:0 (2:0) bei Borussia Mönchengladbach machte Bayer einen weiteren vermeintlichen Top-Stürmer als Zugang perfekt. Für gut 20 Millionen Euro kommt Nathan Tella aus Southampton zu Xabi Alonsos ohnehin üppig aufgemotzten Ensemble dazu.

Als wäre der Abgang von Turbo-Angreifer Moussa Diaby (für rund 55 Millionen Euro zu Aston Villa) nicht schon durch die bisherigen Zukäufe (über-)kompensiert worden. Der ebenfalls für rund 20 Millionen Euro aus Belgien geholte Victor Boniface zeigte all sein Vermögen bereits in den bisherigen Pflichtspielen und überragte mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (18. Minute/53.) beim Leverkusener Spaziergang am Samstag im Borussia-Park.

Der engagierte Bayer-Coach Alonso drohte der Konkurrenz anschließend regelgerecht: «Hoffentlich wird er noch besser und wird weiter viele Tore für Leverkusen erzielen. Er hat diesen Hunger.» Die bereits jetzt bärenstarken Offensive der Werkself - zu der ja auch noch der derzeit verletzte Patrik Schick gehört - wird durch Außenbahnakteur Tella jetzt vollendet.

Die Konkurrenz ist beeindruckt

Die Experten sind verzückt, die Konkurrenz stöhnt. «Jeder hat gesehen, wie stark Leverkusen ist», befand Gladbachs Kapitän und Torhüter Jonas Omlin. Auch ohne Champions-League-Teilnahme hat Alonso nun einen exquisiten Kader beisammen, der durch die Ex-Gladbacher Granit Xhaka und Jonas Hofmann sowie Alejandro Grimaldo von Benfica Lissabon noch weitere Komponenten dazu bekam.

«So eine Leistung hier im Borussia-Park ist natürlich stark», sagte der vom FC Arsenal gewechselte Stratege Xhaka zur beeindruckenden Vorstellung seines neuen Teams. Und Hofmann, der die Vorarbeit zu Jonathan Tahs 2:0 (45.+6) leistete, konnte die Pfiffe des Gladbacher Publikums wegen seines überraschenden Abgangs im Sommer nach Leverkusen locker verschmerzen. In der Gewissheit, mit seinem Wechsel per Ausstiegsklausel für zehn Millionen Euro zum ambitionierten Werksclub zumindest sportlich alles richtig gemacht zu haben, leistete sich Hofmann locker und ruhig auch noch einige Spitzen in Richtung von Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus - ohne diesen beim Namen zu nennen. Als «Kindergarten» habe er die ein oder andere Äußerung nach seinem aus Gladbacher Sicht schmerzvollen Abgang nach Leverkusen empfunden, schimpfte Hofmann.

Nun spielt er in einem Team, das einige Experten bereits stark genug einschätzen, um in dieser Saison Gegenspieler von Bayern München zu sein. Bereits am vierten Spieltag kommt es nach der Länderspielpause Mitte September zum Top-Spiel in München, an das Alonso nach eigenem Bekunden noch keinen Gedanken verschwendet. «Ich denke nur an Darmstadt», sagte der frühere Bayern-Profi zum nächsten Gegner.

Leverkusen bleibt bescheiden

Überhaupt gaben sich die Leverkusener nach den starken Auftritten bislang gegen Leipzig (3:2) und in Gladbach erstaunlich zurückhaltend. «Wir sind gut. Aber ob das für ganz oben reicht, darüber will ich nicht reden. Ich will der Mannschaft nicht zu viel Druck machen», sagte Xhaka und Hofmann forderte inständig, weiter «demütig» zu bleiben. Möglicherweise könnte diese neue defensive Herangehensweise ein weiterer Faktor zugunsten Bayers sein.

In der Vergangenheit redeten die Leverkusener gerne selbst immer wieder von den eigenen Ambitionen und möglichen Titeln, obwohl der letzte Titel 30 Jahre zurückliegt. Meist ging Bayer irgendwann doch die Puste aus, «Vizekusen» gehört längst zum Fußball-Sprachgebrauch. Die aktuelle Form, der Kader und der Trainer schüren die Hoffnung der Bayer-Fans, dass es diese Saison endlich anders kommt.

© dpa ⁄ Carsten Lappe, dpa
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