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Alles neu bei RB Leipzig - immer noch ein Bayern-Jäger?

Dass RB Leipzig jedes Jahr wichtige Spieler verliert, ist nicht neu. In diesem Sommer wurde aber ein noch größerer Umbruch vollzogen. Reicht es trotzdem noch für Meisterträume?
Pokalsieger
Die Leipziger hatten in der vergangenen Saison den DFB-Pokal gewonnen. © Jan Woitas/dpa

Die euphorische Meisteransage aus der rauschenden Leipziger Pokalnacht klingt inzwischen ein wenig anders. «Ich würde meine Worte zumindest relativieren», sagte Kevin Kampl der «Sport Bild» über seine forsche Ankündigung nach dem Finalsieg in Berlin, mit RB jetzt «diesen verdammten Meistertitel zu holen».

Nach einem Sommer mit XXL-Umbruch und dem Abschied etlicher Leistungsträger baut der 32-Jährige ein «irgendwann» mit ein - irgendwann werde es klappen mit der Schale. Vor dem Supercup am Samstag (20.45 Uhr/Sky und Sat.1) beim FC Bayern ist die große Frage, wo die Leipziger als selbst ernannte Herausforderer stehen.

«Dieser kontinuierliche Weg, immer einen Schritt nach vorne zu machen, der wird meiner Meinung nach irgendwann belohnt», sagte Kampl. «Seitdem ich hier bin, haben wir immer Top-Spieler gehabt, die uns verlassen haben. Und wir haben die Abgänge immer kompensiert.»

Prominente RB-Abgänge

Konrad Laimer (FC Bayern), Dominik Szoboszlai (FC Liverpool), Josko Gvardiol (Manchester City), Christopher Nkunku (FC Chelsea), Marcel Halstenberg (Hannover 96) - gegangen ist praktisch die halbe Stammelf, dazu auch André Silva (Real Sociedad San Sebastián). Der Club um den neuen Sportchef Max Eberl erwirtschaftete dem Vernehmen nach aber über 250 Millionen Euro, um den sportlichen Verlust zu kompensieren. 

«Klar ist: Wir bleiben ambitioniert und hungrig, wollen natürlich wieder die Champions-League-Plätze angreifen und mittelfristig auch den Abstand zu den Bayern reduzieren», sagte Eberl jüngst. Gemeinsam mit Sportdirektor Rouven Schröder und Koordinator Felix Krüger wurden neue Profis ausgesucht, die ins Team von Marco Rose passen sollen: die Salzburger Benjamin Sesko und Nicolas Seiwald, Christoph Baumgartner (TSG Hoffenheim), El Chadaille Bitshiabu (Paris Saint-Germain) und die Leihgaben des FC Liverpool und von PSG, Fabio Carvalho und Xavi Simons. Für Nkunku-Ersatz Lois Openda (RC Lens) gab der Club angeblich so viel aus wie noch nie. 

Der 23 Jahre alte Belgier traf in der Supercup-Generalprobe gegen den spanischen Erstliga-Aufsteiger UD Las Palmas (3:0) doppelt. Kommen sollen noch Verstärkungen für die Abwehr. «Wir haben schon richtig starke Verteidiger im Team. Da brauchen wir einen Spieler, der auch qualitativ dazu passt. Wir wissen, was wir vorhaben, aber diese Entscheidung kann schon mal einen Tag länger dauern», sagte Schröder. Nach der am Mittwoch bekannt gewordenen Verletzung von Bitshiabu, der sich ein Innenband im Knie gerissen hat und länger ausfällt, müssen die Sachsen nun ihre Bemühungen schnellstens intensivieren, um nicht in Abwehr- Personalnot zu geraten.

In der vergangenen Saison hatte sich RB einen Fehlstart in die Bundesliga-Saison geleistet, entsprechend konnten die Leipziger das Bayern-Schwächeln in der Rückrunde nicht wirklich nutzen, zumindest in der Liga. Der von vielen Fans außerhalb Sachsens sehr kritisch begleitete zweite Pokalsieg nacheinander weckte bei den RB-Anhängern aber die Lust auf mehr. 

Rose: «Wir sind eine coole Truppe»

«Wir haben eine Menge neuer Spieler, das merkt man in den Abläufen, aber die Jungs sind willig, die Jungs hören zu. Es wird alles noch ein Stück Zeit brauchen, auch möglicherweise bis in die Saison hinein», sagte Rose, dessen Vertrag zuletzt vorzeitig bis 2025 verlängert worden war.

Für den Supercup und das erste Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen erwartet der Trainer solide Auftritte. «Wir müssen uns selbst Vertrauen erarbeiten», sagte Rose. Und David Raum, einer der Gewinner der Vorbereitung, bemerkte: «Wir sind eine coole Truppe. Wir haben viele junge, neue Spieler dazubekommen. Fußball verbindet. Die Stimmung ist gut, auf dem Platz verstehen wir uns auch – das wird von Spiel zu Spiel immer besser und auch noch mehr werden. Man sieht hier und da schöne Kombinationen, trotz der vielen Neuen.»

© dpa ⁄ Gerald Fritsche, dpa
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