Rückschlag für Leipzig - Gulacsi: «Wir waren schlampig»

In der Liga müssen die Leipziger um ihren Champions-League-Platz bangen. Vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League unterlag RB am Montag trotz Überzahl mit 1:3 im Borussia-Park.
Gladbachs Jonas Hofmann trifft zum 2:1 gegen RB Leipzig. © Marius Becker/dpa

Mit enttäuschten Gesichtern und großer Unzufriedenheit schlichen die Profis von RB Leipzig vom Platz. Auf dem Weg zu internationalem Ruhm verlieren die Sachsen in der Bundesliga den Anschluss an die Champions-League-Ränge.

Drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers unterlag die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco am Montagabend 1:3 (1:2) und kassierte damit die zweite Niederlage in der Liga nacheinander - diesmal in Überzahl. «Das ist sehr enttäuschend. Wir waren schlampig und haben viele Bälle verloren», sagte Torhüter Peter Gulacsi. Auch Tedesco war nicht zufrieden. «Im ersten Durchgang hat uns Gladbach den Schneid abgekauft. Da fehlte die Intensität», befand der RB-Coach.

Gladbachs Nico Elvedi sah rund eine halbe Stunde vor dem Ende die Rote Karte wegen einer Notbremse (64. Minute). Drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel bei den Glasgow Rangers verpasste Leipzig damit den Sprung zurück unter die vier besten der Teams der Tabelle und ist nach 32 Spieltagen nur noch Fünfter.

«Das war ein wichtiger Dreier für die Moral»

Treffer von Breel Embolo (17. Minute) und Jonas Hofmann (45.+2/77.) vor 32.324 Zuschauern führten zum überhaupt erst zweiten Gladbacher Sieg gegen Leipzig. Für den erst in der zweiten Halbzeit dominierenden Pokalfinalisten war nur Christopher Nkunku (36.) erfolgreich. Die Gladbacher dürfen nach einer insgesamt sehr enttäuschenden Saison noch auf einen versöhnlichen Saisonabschluss und einen erneut einstelligen Tabellenplatz am Ende hoffen. Der gelang den Borussen seit zehn Jahren immer.

«Wir haben heute sehr gut verteidigt und den Kampf angenommen. Das war ein wichtiger Dreier für die Moral», befand Borussias Torhüter Yann Sommer. Sportdirektor Roland Virkus war zufrieden mit der Vorstellung seines Teams. «Das war fußballerisch eines der besten Spiele.»

Erst nach der Pause, als die Leipziger plötzlich Druck machten, musste das Team von Trainer Adi Hütter für den Sieg auch kämpfen. Vor dem Wechsel hatte Leipzig zwischen den Halbfinalspielen gegen die Rangers noch recht gehemmt gewirkt. Mit fünf neuen Spielern im Vergleich zum 1:0 gegen Glasgow am vergangenen Donnerstag überließen die Gäste der Borussia, bei der Nationalspieler Matthias Ginter nicht zum Einsatz kam, das Spiel. Ginter soll vor einer Rückkehr zum Saisonende zu seinem Jugendclub SC Freiburg stehen, der nun vor Leipzig auf einem Champions-League-Platz steht.

Leipzig war zu einfallslos

Die Führung durch Embolo legte Leipzig in Person von Konrad Laimer selbst auf. Für den Schweizer Nationalspieler war es der fünfte Treffer in den vergangenen sechs Ligaspielen. Glück hatten die Sachsen nach knapp einer halben Stunde, dass Schiedsrichter Martin Petersen den bereits verwarnten Josko Gvardiol nach dessen zweiten gelb-würdigen Foul am Feld beließ. Der Kroate wurde kurz darauf zwar von Tesdesco für Marcel Halstenberg vom Feld genommen, Leipzig konnte aber zu elft weiterspielen und kam dank individueller Klasse bei der ersten Möglichkeit zum Ausgleich.

Der in dieser Saison bislang so starke Nkunku erlief ein Zuspiel von André Silva und ließ gleich vier Borussen alt aussehen: Luca Netz, Nico Elvedi, Ramy Bensebaini und auch Keeper Yann Sommer hatten keine Chance gegen den französischen Offensivspieler, der sein 31. Pflichtspieltor im 48. Spiel in dieser Spielzeit erzielte.

Insgesamt blieben aber die Gladbacher zumindest vor der Pause am Drücker und gingen auch verdient mit einer Führung in die Pause, weil Nationalspieler Hofmann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ein brillantes Embolo-Zuspiel verwertete.

Nach der Pause spielte nur noch Leipzig und das nach gut einer Stunde auch in Überzahl, da Elvedi plumper Abwehrversuch gegen Nkunku heftig misslang und der Schweizer wegen dieser Notbremse vom Feld musste. Trotz nun deutlich mehr Ballbesitz und der numerischen Überlegenheit war Leipzig zu einfallslos im Angriff und kassierte durch Hofmann gar noch den dritten Gegentreffer. Die Sachsen fliegen am Dienstag von Düsseldorf aus sogleich nach Schottland, wo am Donnerstag das Rückspiel in Glasgow ansteht. Das Halbfinal-Hinspiel der Europa League hatte RB 1:0 gewonnen.

© dpa
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