Eintracht bei Union ohne Chance - Glasner hat Verständnis

Trainer Glasner verändert seine Startelf auf sechs Positionen. Es geht aber nicht viel bei Frankfurt. In Köpenick ist Union Berlin klar besser und bringt sich auch schon in internationale Stimmung.
Taiwo Awoniyi (l) von Union Berlin jubelt mit Teamkollegen nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt. © Andreas Gora/dpa

Ernüchtert gingen die Barça-Besieger von Eintracht Frankfurt vom Rasen der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Die mitgereisten Fans beklatschten den Europa-League-Halbfinalisten trotz des 0:2 (0:2) beim 1. FC Union Berlin.

Damit kann die Eintracht über die Fußball-Bundesliga einen internationalen Startplatz für die kommende Saison kaum mehr erreichen. Drei Tage nach der Gala im Camp Nou sanken einige Eintracht-Profis am Sonntag erschöpft auf die Knie, andere blickten für einen Moment enttäuscht ins Leere.

Glasner gibt Spielern zwei Tage frei

«Man hat gemerkt, dass mit dem 0:1 die Müdigkeit sehr präsent war. Kein Vorwurf an die Jungs, die haben alles versucht», sagte Frankfurts Trainer Oliver Glasner im Streamingdienst DAZN und erinnerte an die Vielzahl von Spielen in den vergangenen Wochen: «Irgendwann sagen die Beine 'Sorry, ich kann nicht mehr'.» Glasner wird seinen gestressten Profis nun zwei Tage frei geben.

Die Union-Profis ließen sich einmal mehr minutenlang frenetisch feiern. Die Eisernen brachten sich auch für das DFB-Pokal-Halbfinale beim zweiten deutschen Europa-League-Halbfinalisten RB Leipzig am kommenden Mittwoch in Stimmung. «Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nummer eins», sangen die Union-Fans.

Durch die Tore von Taiwo Awoniyi (17.) und Grischa Prömel (21.) verbuchte ihr Team den dritten Sieg in Serie und untermauerte vor 22.012 Zuschauerinnen und Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei eindrucksvoll das neue Ziel Europapokal. In der Tabelle schob sich Union Berlin mit 47 Punkten auf Platz sechs vor, Frankfurt rutschte mit weiterhin 39 Zählern auf Rang zehn ab.

Union startet druckvoll in die Partie

Der Plan der Berliner, die Gäste in der ersten Hälfte zu überrollen, sei voll aufgegangen, erklärte Mittelfeldspieler Rani Khedira nach dem Abpfiff und hatte ebenfalls Verständnis für die Verlierer: «Das ist ein Stück weit menschlich, wenn Du so ein Highlight wie in Barcelona erlebst.»

Verletzungsbedingt musste bei der Eintracht Stammkeeper Kevin Trapp passen. Der 31-Jährige zog sich in Barcelona eine Bänderdehnung im Handgelenk zu, wie nun erst bekannt wurde. Für Trapp rückte Jens Grahl ins Tor - und der gab damit nach fast sechs Jahren sein Comeback in der Bundesliga. Einst bei 1899 Hoffenheim, hatte er für die TSG am 14. Mai 2016 seinen bislang letzten Einsatz im Oberhaus absolviert - und 1:4 verloren.

Und auch diesmal nahm es kein erfolgreiches Ende. Denn Union legte mächtig los, weiter gestärkt nach nur zwei Niederlagen in den vorhergehenden 30 Heimspielen und dem 4:1 zuletzt im Derby bei Hertha BSC. In der zwölften Minute verpasste Genki Haraguchi noch die Führung, als seine geschickte Kopfballverlängerung nur den Pfosten traf. Schon da wäre Grahl chancenlos gewesen. So wie bei Awoniyis Flachschuss, nachdem sich der Union-Torjäger ebenso schnell wie robust gegen zwei Frankfurter durchgesetzt hatte. Es war bereits sein 13. Saisontor - Vereinsrekord.

RB Leipzig wartet auf Union Berlin

Im Stimmungstempel Alte Försterei konnten auch die Eintracht-Fans ihre Mannschaft nicht aufbauen. Ein Traumtor von Prömel in den Winkel zerstörte sämtliche Hoffnungen der Hessen frühzeitig. Grahl konnte wieder nichts machen, er rettete die Frankfurter aber vor einem noch höheren Rückstand, als er später gegen Khedira klärte.

Auch mit Blick auf die beiden kommenden Gastspiele im Pokal und in der Liga gegen RB Leipzig hielten die Unioner den Druck und den Drang der ersten halben Stunde auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr so aufrecht. Dennoch kontrollierten sie die nun recht ereignisarme Partie, in der Awoniyi (63.) die beste Chance zum dritten Union-Treffer hatte.

© dpa
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