Sieg gegen Fürth: VfL Wolfsburg beendet lange Negativserie

06.02.2022 Der VfL Wolfsburg hat sein «Endspiel für alle» gewonnen. Das 4:1 gegen Fürth beendet eine quälend lange Negativserie und rettete vorerst auch den Job von Trainer Florian Kohfeldt.

Wolfsburg-Neuzugang Max Kruse (2.v.l.) klatscht nach dem Treffer zum 2:1 mit Aster Vranckx ab. © Swen Pförtner/dpa

Max Kruse und Florian Kohfeldt grinsten sich nach dem Schlusspfiff erst einmal erleichtert an. Mit dem prominenten Neuzugang in der Startelf hat der VfL Wolfsburg seinen sportlichen Absturz gestoppt.

Nach elf Bundesliga- und Champions-League-Spielen ohne Sieg gewannen die Niedersachsen mit 4:1 (1:1) gegen den Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth und retteten vorerst auch den Job ihres Trainers Kohfeldt, mit dem Kruse einst auch schon erfolgreich bei Werder Bremen zusammengearbeitet hat.

Der Rückkehrer von Union Berlin und der dänische 12-Millionen-Euro-Einkauf Jonas Wind fielen dabei zwar nicht übermäßig auf, doch dafür traf der erst 19 Jahre alte Belgier Aster Vranckx in der 7. und 49. Minute gleich zwei Mal. Das beruhigende dritte und das sehenswerte vierte Tor legten Maximilian Arnold (70.) und Maximilian Philipp (76.) nach. Das Fürther 1:1 gelang Branimir Hrgota per Foulelfmeter (44.), der nach einem Eingriff des Videoschiedsrichters verhängt worden war.

Kohfeldt lobt Mentalität seiner Mannschaft

«Das war kein Spiel aus einem Guss, aber eine mental sehr starke Leistung von uns», sagte Kohfeldt nach dem Spiel. «Die Ausgangslage war nicht ganz einfach. Es war für uns aber sehr wichtig, diesen ersten Schritt zu gehen.»

Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke hatte diese Partie vorab zum «Endspiel für alle» ausgerufen. Doch die große Hoffnung der Verantwortlichen war immer, dass dieses Spiel zum Wendepunkt einer bislang völlig verkorksten Saison wird und dem Club die Möglichkeit gibt, mit dem fachlich hochgeschätzten Kohfeldt weiterarbeiten zu können. Statt über den Trainer nachzudenken, bauten Schmadtke und sein Sportdirektor Marcel Schäfer in den vergangenen Tagen massiv den Kader um. Die etablierten Wout Weghorst, Josuha Guilavogui, Daniel Ginczek und Admir Mehmedi ließen sie gehen. Die Stürmer Kruse, Wind und der Amerikaner Kevin Paredes kamen für mehr als 20 Millionen Euro neu dazu. Als Tochterunternehmen des VW-Konzerns kann sich der VfL ein solches Rettungspaket selbst während der Coronakrise leisten.

Der Plan, einen «neuen Geist» in die Kabine zu bringen, ging auch auf. Denn diesmal nutzten die zuletzt so harmlosen Wolfsburger im einzigen Bundesliga-Spiel des Wochenendes vor weiterhin nur 500 Zuschauern gleich ihre erste Torchance des Spiels und ließen sich auch durch den Ausgleich kurz vor der Pause nicht vollends verunsichern.

Vranckx: «Für das Selbstvertrauen sehr wichtig»

Dem jungen Vranckx gelangen dabei die beiden ersten Bundesliga-Tore seiner Karriere und die beiden ersten Wolfsburger Tore in diesem Jahr. «Wir können einfach nur glücklich sein, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das ist für das Selbstvertrauen sehr wichtig», sagte er.

Zusammen mit Kruse und Wind bildete der gelernte Mittelfeldspieler den dreiköpfigen Angriff des VfL und stahl seinen erst vor wenigen Tagen verpflichteten Nebenleuten ein wenig die Show. Der von Union Berlin zurückgeholte Kruse hätte Vranckx in der 28. Minute beinahe noch einen weiteren Treffer aufgelegt. Der 33-Jährige selbst vergab kurz nach der Pause eine Großchance (48.). «Trotzdem werden wir an ihm noch viel Freude haben», sagte Renato Steffen.

Doch solche Möglichkeiten und der erkennbare Einsatz der Wolfsburger änderten nichts daran, dass auch dieser dringend notwendige Erfolg zeitweise am seidenen Faden hing. Nach beiden Führungstoren zog sich der VfL jeweils zu weit zurück. Und anders als noch in der Hinrunde sind die Fürther mittlerweile ein konkurrenzfähiger und auch fußballerisch ansehnlicher Gegner, gegen den sich so etwas auch rächen kann. Ein Kopfball von Sebastian Griesbeck (62.) hätte beinahe zum 2:2 geführt. Am Ende hatten die Wolfsburger dann das Spielglück, das ihnen in den vergangenen drei Monaten so oft gefehlt hatte.

© dpa

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