Dank Treffer von St. Juste: Mainz gewinnt gegen Bochum

15.01.2022 Mainz gegen Bochum - das war Abstiegskampf pur. VfL-Torjäger Sebastian Polter muss sich mächtig über einen Fehlschuss ärgern, FSV-Coach Svensson über seine Unbeherrschtheit.

Der Mainzer Jeremiah St. Juste (o) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0. Foto: Torsten Silz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Elfmetertöter Robin Zentner und Torschütze Jeremiah St. Juste hauten sich bei der Umarmung im Kabinengang auf den Rücken, dass es nur so krachte.

Der Keeper und der überraschend zurückgekehrte Abwehrspieler waren die beiden Matchwinner beim 1:0 (0:0)-Sieg des FSV Mainz 05 gegen den VfL Bochum. Zentner hielt einen schwach geschossenen Foulelfmeter von Sebastian Polter in der 32. Minute. Dank eines Treffers beim Comeback des Langzeitverletzten St. Juste in der 48. Minute setzten sich Rheinhessen am Ende verdient durch.

Gelbsperre für FSV-Coach Svensson

«Wir sind einfach froh, ein sehr, sehr enges Spiel gewonnen zu haben. Wir freuen uns über die drei Punkte in einem sehr schwierigen Spiel», sagte Trainer Bo Svensson erleichtert. Der Däne muss allerdings nach seiner vierten Gelben Karte in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga am kommenden Samstag bei der Partie bei der SpVgg Greuther Fürth pausieren.

Er sah in der Verwarnung von Schiedsrichter Frank Willenborg zwar ein Missverständnis nach einem Disput mit der Bochumer Bank, meinte aber auch: «Das ist keine Ausrede. Das ist nicht eine Gelbe Karte, sondern es sind vier - das ist nicht so optimal.»

Zuvor hatten die Mainzer Bochum ihre Heimstärke deutlich spüren lassen. Das ruppige Duell der beiden Teams aus dem Tabellenmittelfeld vor nur 1000 erlaubten Zuschauern sah eindeutig nach Abstiegskampf aus. Dabei waren sich Milos Pantovic und Polter nicht einig, wer beim Strafstoß ran darf.

VfL-Trainer Thomas Reis trug's mit Fassung - und Humor. «Ich bin froh, dass wir viele mündige Fußballer haben. Vielleicht brauchen wir am Dienstag mehrere Elfmeterschützen.» Denn dann sehen sich beide Kontrahenten schon wieder - im DFB-Pokal-Achtelfinale in Bochum.

St. Juste und Niakhaté zurück

Die Mainzer sind nun seit sechs Spielen in der Mewa Arena ungeschlagen und gewannen die vergangenen drei Partien (zuvor 3:0 gegen Wolfsburg und 4:0 gegen Hertha BSC) zu null. Gleichzeitig freuten sie sich nach dem 1:4 zum Jahresauftakt in Leipzig über das erste Erfolgserlebnis in der Rückrunde. Neben St. Juste kehrte dabei auch Moussa Niakhaté zurück ins Team: Der Kapitän konnte nach einer Corona-Erkrankung rechtzeitig frei getestet werden.

Beide Teams zeigten ein von Zweikämpfen geprägtes Spiel. Die Press- und Befreiungsschläge hallten immer wieder durch das fast leere Stadion. Umso überraschender ergab sich den Bochumern die Chance zur Führung: Stefan Bell kam im Strafraum gegen Polter zu spät, und Referee Willenborg entschied nach Videobeweis auf Strafstoß. Doch der frühere Mainzer Polter scheiterte an Zentner und verpasste somit seinen siebten Saisontreffer.

Nach der Pause trat der Mainzer U21-Nationalspieler Jonathan Burkardt in Erscheinung: Erst brachte das Toptalent Riemann mit einem gefährlichen Flugkopfball in Bedrängnis, dann nutzte St. Juste seine Hereingabe zur 1:0-Führung. Riemann hatte bei dem Flachschuss ins linke Eck keine Chance. Bochums neuer Stürmer Jürgen Locadia vom englischen Premier-League-Club Brighton & Hove Albion kam kurz vor Schluss zu seinem Debüt für den VfL und vergab in der Nachspielzeit die Chance zum Ausgleich.

© dpa-infocom GmbH

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