Junge Bäume stark belastet: Gießaktionen sollen helfen

Junge Bäume in den Thüringer Wäldern leiden massiv unter Hitze und Trockenheit. Die Meldungen der Revierförster, die Dürreschäden in Forstkulturen anzeigen, häufen sich nach Angaben der Landesforstanstalt Thüringen. «Wir haben verstärkt Ausfälle auf unseren Kulturen, aber auch die Baumverjüngung, die sich von selbst einstellt, ist von der Trockenheit stark belastet», sagte eine Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Wiederbewaldung ist eine zentrale forstliche Maßnahme, um die heimischen Wälder für die Zukunft klimastabiler zu machen.
Eine Frau steht mit einer Gießkanne in einem Garten und gießt Pflanzen. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Da es seit Mai 2022 geringe Niederschläge bei hohen Tagestemperaturen gegeben habe, dürfe im Vergleich zu den Vorjahren wieder mit einem Anstieg der Dürreschäden in Forstkulturen zu rechnen sein, hieß es. In den länger zurückliegenden Jahren meldeten die Revierförster zwischen 10 bis etwa 60 Hektar Dürreschäden in Forstkulturen. Im Jahr 2018, dem ersten sogenannten «Dürrejahr», sprang dieser Wert auf 435 Hektar, 2019 gar auf 643 Hektar – was einer Verzehnfachung entspricht. Dann waren die Zahlen wieder leicht rückläufig. 2020 wurden 105 Hektar Dürreschäden gemeldet. 2021, einem Jahr mit relativ viel Niederschlägen und eher kühlen Temperaturen, fiel der Wert auf 11 Hektar zurück.

Wie bereits in den Jahren 2018 bis 2020 werden auch in diesem Jahr wieder Gießaktionen mit Unterstützung der Bevölkerung durchgeführt. So riefen etwa das Forstamt Sonneberg mit der örtlichen «Fridays for Future»-Bewegung die Anwohnerinnen und Anwohner auf, mit Elan und Gießkannen bei der Rettung der trockenen Bäumchen zu unterstützen. Besonders junge Bäume brauchen reichlich Wasser, um zu wachsen. Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass solche Maßnahmen durchaus einen positiven Effekt auf die Kulturen haben.

Aber derartige Bewässerungsaktionen seien auch organisatorisch extrem aufwendig, sagte der Sprecher. «Die gesammelten Erfahrungen zeigen, dass es für derartige Aktionen zunehmend auch Probleme gibt, das erforderliche Wasser bereitzustellen.» Je nach Landkreis ist die Entnahme von Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern inzwischen verboten, so etwa im Landkreis Ilm-Kreis oder im Landkreis Sonneberg. In Sonneberg sei der Erfolg bisher somit «überschaubar».

Prävention ist die Devise: Dafür werde mit wasserhaltendem Wurzelgranulat, Tauchverfahren und Bodenbearbeitung mit Fräsbaggern experimentiert. Auf Dauer soll die Pflanzung von trockenresistenteren Laubbaumkulturen, wie etwa Traubeneiche, Feldahorn und Wildkirsche helfen. Auch die Nadelbäume Weiß-Tanne und Douglasie zählen laut Sprecher zur Zukunft des Thüringer Waldes.

© dpa
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