Verband: Kleingärten bei Trockenheit aktiv bewirtschaften

05.08.2022 Kleinere Kartoffeln, weniger Radieschen: Die anhaltende Trockenheit hinterlässt auch in den Beeten ihre Spuren. Kleingärtner müssen umdenken, meint der Verband der Gartenfreunde.

Eine Frau gießt ein Gemüsebeet in einem Kleingarten. © Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Angesichts der zunehmenden Trockenheit hat der Thüringer Landesverband der Gartenfreunde zu einer veränderten Bewirtschaftung von Kleingärten geraten. «Es ist wichtig, dass wir zu einer aktiven Bodenbearbeitung zurückkehren», sagte Verbandspräsident Wolfgang Preuß der Deutschen Presse-Agentur. Der Boden bilde Kapillare, über die Wasser verdunste. Werde die Erde aber beispielsweise mit einer Hacke öfter gelockert, bleibe das Wasser im Boden länger erhalten.

Auch mit einer stärkeren Abdeckung des Bodens könne die Verdunstung von Wasser unterbunden werden. «Wir empfehlen ein verstärktes Mulchen oder den Boden mit abgeernteten Kulturen wie Bohnenkraut zu bedecken», empfahl Preuß. Zudem sollten mehr Kleingärtner Wasserspeicher aufstellen, um Regenwasser von den Gartenlauben aufzufangen. In vielen Thüringer Regionen gelten aufgrund der Trockenheit seit einiger Zeit Wasserentnahmeverbote für Gewässer. Damit dürfen auch Kleingärtner nicht mehr ihr Gießwasser daraus schöpfen.

«Wir haben uns auf die trockene Zeit eingestellt», sagte Preuß. Mit einer veränderten Bewirtschaftung könne die Trockenheit zwar nicht generell beseitigt, aber eingeschränkt werden. Ein ständiges Gießen von Gurken, Tomaten und Co. hält der Verbandspräsident zudem für kontraproduktiv. «Nicht jeden Tag wässern, lieber konzentriert und durchdringend in Abständen, damit die Pflanzen auch in tieferen Schichten wurzeln können.»

In Thüringen gibt es nach Verbandsangaben rund 200.000 organisierte Kleingärtner. Diese bewirtschafteten 62.500 Gärten in 1435 Vereinen. Aufgrund der Hitze und der Trockenheit fallen Preuß zufolge die Erträge auf den heimischen Beeten in diesem Jahr geringer aus. So gebe es etwa bei den Kartoffeln kleinere und weniger Knollen sowie Keimverluste bei Radieschen. Für überlegenswert hält Preuß auch den Anbau von Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen. «Es macht aber auch keinen Sinn, wenn wir Kakteen anbauen.»

© dpa

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