Bauernverband: Futtermittelversorgung ist angespannt

Wiesen sind verdorrt, Maisfelder staubtrocken: Das Futter für das Milchvieh ist in Thüringen mancherorts knapp. Noch haben die Bauern Reserven, aber was, wenn das kommende Jahr auch so trocken wird?
Vertrockneter Mais steht auf einem Feld. © Harald Tittel/dpa/Symbolbild

Die anhaltende Trockenheit stellt viele Rinderhalter in Thüringen vor Probleme bei der Futterversorgung. Da die trockene Witterung das Wachstum von Futterpflanzen und Grünland beeinträchtigt habe, fehle es an Maissilage und Heu, sagte André Rathgeber, Referent für Pflanzenbau beim Thüringer Bauernverband, der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten Betriebe könnten derzeit noch mit Reserven aus dem vergangenen Jahr die Fütterung absichern. «Bleibt der Regen aber im Herbst und kommenden Frühjahr aus, werden wohl die Tierbestände aufgrund von Futtermangel sinken und einige Betriebe ganz aufgeben.»

Beim Mais sei in diesem Jahr mit besonders drastischen Ernteausfällen von 50 Prozent und mehr zu rechnen, sagte Rathgeber. Lag der Ertrag 2021 noch bei 480 Dezitonnen pro Hektar, so würden in diesem Jahr nur 200 bis 250 Dezitonnen erwartet. «Der Mais ist klein, kümmerlich und stellenweise nur kniehoch gewachsen.» Mit der Ernte müsse mancherorts bereits jetzt - und damit einen Monat früher als üblich - begonnen werden, da der Mais sonst zu stark vertrockne und nicht mehr für die Fütterung zu verwenden sei.

Vor allem in Ostthüringen wie im Saale-Orla-Kreis und im Kreis Greiz sowie im Thüringer Becken nördlich der Autobahn 4 gebe es aufgrund der Trockenheit Probleme mit dem Mais, sagte der Referent. Hinzu kämen landesweit vertrocknete Grünlandflächen. So könnten Wiesen nur einmal für Heu genutzt werden. «Normalerweise sind das drei Schnitte und nicht nur einer.» Teilweise müssten Kühe auch von der Weide geholt werden, da kein Futter mehr da sei. So werde nun auch für Weidetiere zusätzlich Futter gebraucht.

Damit sich die Betriebe untereinander besser vernetzten und helfen können, hat der Bauernverband laut Rathgeber eine Futterbörse initiiert. So könnten Betriebe, die noch Futter übrig haben, dieses jenen Landwirten anbieten, bei denen es nicht so gut aussieht.

Mit größeren Ernteausfällen wegen der Trockenheit rechnet der Bauernverband in diesem Jahr ebenfalls bei Zuckerrüben und Sonnenblumen. Bei Getreide und Ölfrüchten hingegen seien die Erträge noch passabel - allerdings gebe es große regionale Unterschiede, hieß es. Der Bauernverband will am 1. September über die diesjährige Ernte berichten.

© dpa
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