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Tiefensee: Thüringens Exportwirtschaft breiter aufstellen

Thüringens Exportunternehmen sollten angesichts der weltweiten Konflikte nicht zu abhängig von einzelnen Märkten sein, findet Wirtschaftsminister Tiefensee. Das Land überarbeite seine Exportstrategie.
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Wolfgang Tiefensee (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen. © Martin Schutt/dpa

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat Unternehmen davor gewarnt, zu abhängig von einzelnen Exportmärkten zu werden. «Die geopolitische Polarisierung zwischen China und den USA setzt die Weltwirtschaft zunehmend unter Druck», sagte der SPD-Politiker nach Ministeriumsangaben am Mittwoch beim Thüringer Außenwirtschaftstag in Erfurt. Russland habe sich mit seinem völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine als Handelspartner selbst ins Abseits gestellt. Thüringen justiere wegen der weltweiten Konflikte seine Außenhandelsstrategie schrittweise neu.

China bleibe jedoch einer der wichtigsten Handelspartner Thüringens, so Tiefensee unter anderem mit Verweis auf die Großinvestition des Batterieherstellers CATL bei Arnstadt. Mit China werde eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe angestrebt, «in der eine Verletzung von Spielregeln und die Beschränkung von Marktzugängen auch offen thematisiert werden können».

Neue Märkte von Indien bis Mexiko

Tiefensee verwies aber auch auf Indien als neue Supermacht sowie wirtschaftlich aufstrebende Länder wie Vietnam, Usbekistan, Kasachstan oder Mexiko, die als mögliche Absatzmärkte für Thüringer Produkte eine wachsende Rolle spielen sollten.

Ein Ziel bestehe künftig auch darin, den Import von Vorprodukten und Rohstoffen für die Thüringer Wirtschaft stärker bei der Außenwirtschaftspolitik zu berücksichtigen. In den zurückliegenden Krisenjahren hätten sich die Lieferketten aus dem Ausland zum Teil als sehr störanfällig erwiesen. Ein regionaler Ersatz sei aber oft nicht möglich. Unternehmen drängten deshalb auf eine Ausweitung internationaler Zulieferbeziehungen. Tiefensee: «Der Aufbau stabiler Importbeziehungen ist deshalb zentraler Bestandteil unserer neuen Außenwirtschaftsstrategie.»

Von Januar bis Ende November hat Thüringens Wirtschaft nach Ministeriumsangaben Waren im Wert von knapp 17 Milliarden Euro exportiert - rund 700 Millionen Euro oder vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2022. Dabei spielten auch höher Preise eine Rolle. Insgesamt stabilisiere der Außenhandel die wirtschaftliche Entwicklung in Thüringen. Das Land habe für die Außenwirtschaftsförderung - beispielsweise Messeteilnahmen - bis Ende 2029 insgesamt rund 35 Millionen Euro zur Verfügung.

© dpa
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