Höhlerfest in Gera: Mindestens 20.000 Besucher erwartet

Zum langen Höhlerfest-Wochenende verwandelt sich die Geraer Innenstadt wieder in eine Festmeile. Ob das Fest zu einem Erfolg wird, liegt laut Stadt vor allem am Wetter.
Zahlreiche Besucher laufen durch die Innenstadt beim 30. Geraer Höhlerfest. © Bodo Schackow/dpa/Archivbild

Die Stadt Gera erwartet zum Höhlerfest an diesem Wochenende mindestens 20.000 Besucherinnen und Besucher. Die Festmeile in der Innenstadt biete ausreichend Platz, um wie in Höchstzeiten 40.000 bis 50.000 Gäste zu empfangen, sagte eine Stadtsprecherin vor Beginn der viertägigen Veranstaltung am Freitag. «Ob wir das an diesem Herbst-Wochenende und mit Regenprognose schaffen, daran zweifeln wir aber.» Eröffnet wird das Stadtfest am Freitagabend mit 784 Fanfarenstößen und dem traditionellen Bierfassanstich.

Wie in den Jahren zuvor können die Höhler - das sind künstlich angelegte Tiefenkeller - an allen vier Tagen bei Führungen besichtigt werden. Bis zum Montag stehen unter anderem auch ein Festumzug und Live-Musik auf dem Programm. Zudem haben für einen Einkaufsbummel auch am Sonntag viele Geraer Geschäfte geöffnet. Erstmalig gibt es in diesem Jahr ein Bändchen zu kaufen, mit dem es in teilnehmenden Shops und Co. etwa kleine Geschenke und Rabatte gibt. Der Erlös kommt dem Höhlerfest selbst zu Gute. «Ein Band ist allerdings keine Pflicht», sagte die Sprecherin. Das Stadtfest sei weiterhin eintrittsfrei.

Die unterirdischen Gewölbe unter Geras Innenstadt wurden im 17. und 18. Jahrhundert zur Lagerung von Bier in einer Tiefe von fünf bis zwölf Metern angelegt - unter den eigentlichen Kellern. Wegen der konstanten Temperatur von zwölf Grad und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 100 Prozent waren die Höhler ideal dafür. Durch das Geraer Bierbrauprivileg von 1487 waren alle Hausbesitzer berechtigt, Bier zu brauen oder brauen zu lassen.

Ende der 1930er Jahre wurden die Hohlräume durch Gänge verbunden, um sie als Luftschutzkeller zu nutzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten sie weitgehend in Vergessenheit.

Erst als Stadtplaner in den 1970er Jahren Neubauten konzipierten, wurden die Tiefenkeller wiederentdeckt. Bekannt sind insgesamt rund 220 Höhler, die sich auf einer Länge von neun Kilometern unterhalb von Gera erstrecken. Viele dieser Keller wurden zu DDR-Zeiten unter anderem mit Bauschutt verfüllt, einige wenige wieder hergerichtet. Sie können nur bei Führungen besichtigt werden.

© dpa
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