IG Metall Mitte: Arbeitgeber dürfen sich nicht wegducken

Im Kampf gegen die Folgen von Inflation und Energiepreis-Krise sieht die IG Metall auch den Staat in der Pflicht. Die Arbeitgeber müssten aber ihren Anteil ebenso leisten.
Eine IG-Metall-Fahne weht im Wind. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Die IG Metall will bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie eine spürbare Erhöhung in der Lohntabelle erreichen. Die Arbeitgeber dürften sich nicht wegducken und müssten ihren Beitrag zur Krisenbewältigung leisten, erklärte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, am Dienstag in Frankfurt. Anders als die Unternehmen könnten die Beschäftigten ihre steigenden Kosten nicht einfach weitergeben.

Die IG Metall fordert für die knapp vier Millionen Beschäftigten der wichtigsten deutschen Industriebranche bundesweit einheitlich 8,0 Prozent mehr Geld. Angesichts der Energiepreis-Krise und der hohen Inflation verlangt sie zudem von der Politik, die Energiekosten zu deckeln und Übergewinne von Unternehmen abschöpfen, die vom Ukraine-Krieg profitieren. Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen und Rentner müssten entlastet, insolvenzbedrohte Unternehmen gestützt werden.

Hessenmetall-Verhandlungsführer Oliver Barta bezeichnete die Forderung als «abseits jeglicher Realität». Der nach der langen Corona-Krise erhoffte Aufschwung falle aus. Stattdessen stehe man vor einer Rezession. «Der Ukraine-Krieg hat die durch die Corona-Krise aufgeworfenen Probleme wie Rohstoffmangel und gestörte Lieferketten noch verstärkt, gleichzeitig noch eine Energiekrise mit absurd anmutenden Energiepreissteigerungen gebracht», erklärte der Arbeitgeber-Vertreter. Die Unternehmen benötigten jeden Euro für Investitionen. Es komme nun darauf an, die Herausforderungen gemeinsam zu lösen.

Nach vier Jahren benötigten die Beschäftigten dringend eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte, sagte hingegen Metaller Köhlinger laut einer Mitteilung. «Eine Nullrunde, eine wöchentliche Arbeitszeitverlängerung oder eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, wie von einigen Arbeitgebern vorgeschlagen, wird die IG Metall mit allen Mitteln verhindern.»

Man sei für eine kompakte Tarifrunde mit einem verantwortungsvollen Abschluss bereit, sagte der Verhandlungsführer für die Tarifgebiete Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Thüringen mit zusammen rund 400.000 Beschäftigten. Wenn die Arbeitgeber aber die Krise nutzen wollten, um langgehegte Pläne durchzusetzen, eskaliere die Auseinandersetzung. Die regionalen Verhandlungen beginnen jeweils am 14. September für Mitte in Oberursel und für Thüringen nachmittags in Eisenach.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Transfer: Bericht: Saudischer Club will Superstar Ronaldo verpflichten
People news
Musik: «Flashdance»-Sängerin Irene Cara ist tot
Internet news & surftipps
Sanktionen: Nationale Sicherheit: USA verbannen Huawei-Geräte vom Markt
People news
Britische Royals: Persönlicher Brief von Königin Elisabeth II. versteigert
People news
Schauspielerin: Anne Hathaway: Glamouröses Bild von mir ist nur Fassade
Das beste netz deutschlands
Featured: Vodafone Black Week: Jetzt die besten iPhone-Deals sichern
Auto news
Hochlauf der E-Mobilität: Verträgt das Stromnetz Millionen Wallboxen?
Internet news & surftipps
Kurznachrichtendienst: Musk verspricht «Amnestie» für gesperrte Twitter-Konten
Empfehlungen der Redaktion
Regional thüringen
Metallindustrie: Metalltarifrunde in Thüringern startet Mitte September
Regional hessen
Metallindustrie: Erste Tarifverhandlung für Metall-Mittelgruppe ohne Ergebnis
Regional rheinland pfalz & saarland
Tarifstreit: Verhandlungen für Metall-Mittelgruppe ohne Ergebnis vertagt
Regional rheinland pfalz & saarland
Tarife: Warnstreiks der Metaller begonnen
Regional hessen
Metallindustrie: Tarifgebiet Mitte übernimmt Pilotabschluss für Metaller
Regional thüringen
Tarifkonflikt: IG-Metall reagiert auf Arbeitgeberangebot mit Warnstreiks
Regional hessen
Metall- und Elektroindustrie : Nach Angebot: Metaller wollen Streiks auch im Bezirk Mitte
Regional thüringen
Einigung im Tarifkonflikt: Thüringen will Metall-Pilotabschluss übernehmen