IG-Metall reagiert auf Arbeitgeberangebot mit Warnstreiks

Die IG Metall will auf das Arbeitgeberangebot für knapp 20.000 Beschäftigte in der Thüringer Metall- und Elektroindustrie mit Warnstreiks Anfang November reagieren. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie schlug am Freitag bei der dritten Runde der Tarifverhandlungen in Jena eine abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro vor, die bei einer Laufzeit von 30 Monaten gezahlt werden soll. Eine prozentuale Erhöhung der Entgelte, wie sie die IG Metall fordert, stellten die Arbeitgeber lediglich in Aussicht. Der Vorschlag entspricht den Angeboten in anderen Tarifgebieten.
IG Metall Fahnen werden zwischen Reichstag und Paul-Löbe Haus geschwungen. © Annette Riedl/dpa/Archiv

Die IG Metall wies das Angebot angesichts der hohen Inflation als unverantwortlich zurück. Ihr Verhandlungsführer Jörg Köhlinger, erklärte: «Wer Verzicht predigt, hat auch die Konsequenzen zu tragen. Ab jetzt wird der Druck deutlich erhöht. In der nächsten Woche beginnen die Warnstreiks in Thüringen», so Köhlinger, der auch Bezirksleiter der IG Metall ist. Befragungsergebnisse von Betriebsräten zur Situation der Betriebe hätten ergeben, «dass unsere Forderung von 8 Prozent mehr Geld der wirtschaftlichen Situation angemessen ist». Erste befristete Arbeitsniederlegungen seien am 1. November in Thüringen geplant.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Kaeser, sagte, eine Einmalzahlung komme den Beschäftigten unmittelbar zugute. Die Prämie sei steuer- und abgabenfrei. «Wir können nur verteilen, was auch erwirtschaftet wurde und bis Herbst 2023 wird es kein Wachstum geben, das verteilt werden kann», sagte Kaeser.

© dpa
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