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Streit an den Theatern in Eisenach und Meiningen

In anonymen Schreiben üben Mitarbeitende der Theater in Eisenach und Meiningen harsche Kritik am Führungsstil in den Häusern. Die Briefe seien ein «Hilferuf». Der Intendant fühlt sich überrumpelt.
Jens Neundorff von Enzberg
Der Intendant am Staatstheater Meiningen, Jens Neundorff von Enzberg, steht am Rande einer Probe für das Stück "Una Cosa Rara" auf der Bühne des Staatstheaters. © Jacob Schröter/dpa

Nach einem offenen Brief von Mitarbeitenden mit deutlicher Kritik an der Arbeitskultur am Landestheater Eisenach und am Intendanten hat sich dieser nun selbst zu Wort gemeldet. Er sei von den am Mittwochabend veröffentlichten Schreiben überrascht worden, sagte Jens Neundorff von Enzberg am Donnerstag auf Anfrage. Die in den Briefen genannten Probleme seien ihm bereits bekannt gewesen. «Wir sind dazu schon lange im Gespräch. In jedem Betrieb gibt es Diskussionsbedarf und wir hatten uns eigentlich darauf verständigt, die Probleme intern zu besprechen.»

Er sei an einer Aufklärung der Vorwürfe interessiert, so Neundorff. Allein die offenen Briefe sehe er dafür als falschen Weg. Für Donnerstag hatte er eine Sitzung mit dem Betriebsrat wegen der Situation angesetzt, am Freitag solle es eine Vollversammlung geben.

Brief als öffentlicher «Hilferuf»

Der auch an die Presse verschickte offene Brief wurde anonym verfasst, er lässt sich aber Mitarbeitenden des Landestheaters Eisenach zuordnen. Auch die Verfasser beziehen sich auf bereits erfolgte Vermittlungsversuche mit der Theaterleitung. Gebracht hätten diese allerdings nichts. Deshalb sei der Brief nach langer Überlegung und Abstimmung als öffentlicher «Hilferuf» verschickt worden, so einer der Verfasser im Gespräch. Etwa zehn Mitarbeitende haben demnach den Brief aus Eisenach verfasst. Zuspruch dafür sei aber bereits von weiteren Kolleginnen und Kollegen gekommen.

Konkret beschreiben die Verfasser ein seit Jahren «toxisches Arbeitsklima» am Theater. Es gehe unter anderem um strukturelles Mobbing am Arbeitsplatz und manipulatives Vorgehen gegen Mitarbeitende. Mit Blick auf die Rolle des Intendanten in der Lage heißt es weiter: «Neundorff von Enzberg kommt weder seiner Verantwortung noch seiner Fürsorgepflicht nach.» Kritisiert wird darin auch, dass der Intendant der Verwaltungsleitung in Eisenach Einfluss in viele künstlerische Prozesse gewähre, die nicht in deren Verantwortung lägen. Neundorff, auch Intendant des Staatstheaters Meiningen, sei in der Regel ein Mal die Woche in Eisenach.

In einem weiteren offenen Brief aus dem Staatstheater Meiningen wiederum wird zudem Neundorffs Umgang mit einer Neuproduktion kritisiert. Kurz vor der Premiere habe sich der Intendant erst eingeschaltet und umfangreiche Änderungen verlangt, so der Vorwurf.

Neundorff selbst sagte am Donnerstag: «Ich glaube, es geht ja nicht nur um mich, sondern um den Umgangston. Aber bestimmte Dinge müssen gesagt werden und damit kann nicht jeder umgehen.» Er werde den Brief der Eisenacher im Theater öffentlich aushängen.

Am Landestheater Eisenach sind rund 80 Mitarbeitende beschäftigt, am Staatstheater in Meiningen etwa 300.

© dpa
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