Zensus 2022: Bevölkerungszählung läuft in Thüringen an

15.05.2022 Das große Zählen beginnt: In Thüringen wie in ganz Deutschland werden mit Stichtag 15. Mai die Daten für den Zensus 2022 erhoben. Ermittelt wird, wie viele Menschen hier leben, wo sie wohnen und arbeiten.

Ein Tablet zur Befragung für den diesjährigen Zensus liegt in einem Statistischen Landesamt. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Mit Beginn der neuen Woche wird es thüringenweit die ersten Befragungen an der Haustür zum Zensus 2022 geben. Die ehrenamtlichen Interviewer kündigen dafür ihr Kommen bei den zufällig ausgewählten Haushalten, Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften schriftlich an. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes werden in Thüringen 372.500 Menschen in einem kurzen Interview befragt; in ganz Deutschland sind es 10,2 Millionen Menschen. Stichtag der bundesweiten Datenerhebung ist der 15. Mai.

Alle zehn Jahre werden Daten etwa zu Einwohnerzahlen, Ausbildungsstand, Erwerbstätigkeit, Arbeitsort und zum Wohnen erhoben. Die Bevölkerungserhebung ist unter anderem Basis dafür, wie viel Geld Land und Kommunen über die verschiedenen Finanzausgleichsysteme in ihre Kassen bekommen.

Für die Haushaltsbefragung - die klassische Bevölkerungszählung - werden nach Angaben des Statistischen Landesamtes bis August rund 16 Prozent aller Thüringer Einwohner kontaktiert. Ein Teil wird darüber hinaus noch in einem Online-Fragebogen beispielsweise zu Ausbildung und Erwerbstätigkeit um Auskunft gebeten.

Die Haushaltsbefragung wird von den Erhebungsstellen in den 22 Kreisen und kreisfreien Städten koordiniert und organisiert. Benötigt werden den Angaben zufolge dafür etwa 2200 Interviewer, von denen bislang knapp 1700 (rund 77 Prozent) bestellt worden sind. Vor allem im Wartburgkreis, dem Ilm-Kreis und dem Altenburger Land werden laut dem Statistischen Landesamt noch Erhebungsbeauftragte gesucht.

Parallel dazu gibt es eine Gebäude- und Wohnungszählung. Dafür schreibt das Statistische Landesamt bis zum 12. Juni alle 573.000 Wohnungseigentümer und Verwalter im Freistaat an. Die ersten Schreiben seien bereits verschickt worden. Erstmals werden dabei bis November auch Daten zu Kaltmieten, Energieträgern und zu Gründen für den Wohnungsleerstand erhoben werden.

Nach den gesetzlichen Regelungen in Bund und Land besteht beim Zensus eine Auskunftspflicht. Die dabei erhobenen Daten bleiben beim Landesamt und werden nicht an Polizei, Finanzämter oder andere Behörden und Privatpersonen weitergegeben. Für den Zensus werden in Thüringen Kosten von 27,8 Millionen Euro veranschlagt. Die Ergebnisse sollen im November nächsten Jahres veröffentlicht werden.

© dpa

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