Thüringer Bauwirtschaft legt beim Umsatz deutlich zu

25.05.2022 Das neue Jahr hat für die Bauwirtschaft in Thüringen gut begonnen. Die Branche warnt aber davor, die Daten falsch zu interpretieren.

Arbeiter stehen auf einer Baustelle eines Wohngebäudes. © Soeren Stache/dpa-zentralbild/dpa/Symbolbild

Nach einem coronabedingten Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr hat sich die Bauwirtschaft in Thüringen im ersten Quartal 2022 wieder deutlich erholt. In den ersten drei Monaten des Jahres erzielte das Bauhauptgewerbe einen Gesamtumsatz von 444,5 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 108,6 Millionen Euro entsprach, wie das Landesamt für Statistik am Mittwoch mitteilte. Zugleich hätten die Betriebe der Branche Aufträge im Umfang von 565,5 Millionen Euro erhalten - 60,3 Millionen Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Von dem Aufschwung profitierten den Angaben zufolge alle Bereiche des Baugewerbes gleichermaßen. Im öffentlichen und im Straßenbau lag das Plus bei 49,7 Millionen Euro oder 30,6 Prozent, im gewerblichen Bau waren es 48 Millionen Euro oder 37,2 Prozent mehr und im Wohnungsbau 12,3 Millionen Euro oder 31,4 Prozent mehr.

Beim Auftragseingang musste der Wohnungsbau ein Minus von knapp 8 Millionen Euro (11 Prozent) hinnehmen. Dagegen legten der öffentliche und der Straßenbau um 38,6 Millionen Euro oder 15,5 Prozent zu. Im gewerblichen Bau betrug die Steigerung 29,5 Millionen Euro oder 15,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2021.

Das Bauhauptgewerbe ist in Thüringen Arbeitgeber für mehr als 14 000 Menschen. «Die Zahlen des ersten Quartals spiegeln die Erholung nach Corona wider, sind auch Ausdruck des guten Bauwetters am Beginn des Jahres», kommentierte Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, die Daten. Sie zeigten aber noch nicht die Auswirkungen der globalen Situation in ihrem Ausmaß. Auch verzerrten die teils drastischen Preissteigerungen die Konjunktur-Daten.

Der Ukraine-Krieg seit Ende Februar habe die Situation extrem verschärft. Die Probleme lägen hauptsächlich bei der mangelnden Verfügbarkeit von diversen Baumaterialien sowie beim Bruch von Logistikketten. Deshalb erwarte die Branche für 2022 für die realen baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe eine Entwicklung zwischen Null und minus zwei Prozent. Es sei deshalb notwendig, gegen die Krise zu investieren. «Und es gibt Möglichkeiten, die Lage in Thüringen zu entschärfen: So sollte das Bauen zügig von vielen bürokratischen Hemmnissen, die Planungen verlangsamen und den Prozess deutlich verteuern, befreit werden», forderte Siebert.

© dpa

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