750 000 Thüringer engagieren sich ehrenamtlich

Mitgestalten, Gemeinsinn, Spaß - das sind Gründe, warum sich viele Menschen in Thüringen in ihrer Freizeit ehrenamtlich betätigen. Aber es muss nicht immer ein Verein sein.
Ein Obdachloser hält einen Becher Tee in der Hand. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Eine wachsende Zahl an Thüringern engagiert sich ehrenamtlich in Vereinen, Initiativen oder Stiftungen. Ihre Zahl sei in den vergangenen 20 Jahren deutlich auf derzeit rund 750.000 gestiegen, sagte Sozialministerin Heike Werner (SPD) am Dienstag in Erfurt. Das Spektrum für freiwilliges Engagement sei breit. Es reiche von Feuerwehren und Katastrophenschutz, Sportvereinen, Elternvertretungen und Bildungsangeboten, Natur- und Tierschutz bis zu den vielen Facetten von Traditionspflege und Sozialarbeit.

Mit einem Anteil von knapp 41 Prozent der Einwohner im Alter über 14 Jahren, die ein Ehrenamt bekleiden, liege Thüringen an der Spitze der ostdeutschen Länder und über dem Bundesdurchschnitt bei der sogenannten Engagementquote von knapp 40 Prozent, sagte Werner. Die Arbeit der Freiwilligen sei hoch zu schätzen, sie sei aber kein Lückenfüller für fehlende staatliche Infrastruktur. Die ehrenamtlich Tätigen «setzen ihre Freizeit für andere Menschen ein. Sie leisten so einen Beitrag für den Zusammenhalt in der Gesellschaft», sagte die Ministerin. Ihre Motivation sei aber auch Spaß, etwas mitgestalten zu können und Gemeinschaftsgefühl.

Unterstützung für die vielen Vereine und Initiativen gibt die vor 20 Jahren gegründet Ehrenamtsstiftung, die auch Fördermittel vergeben kann. Laut Werner hat sie in diesem Jahr knapp 3,6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Geplant seien demnächst auch Hilfen für Vereine, die stark unter der Energiekrise litten.

Nur Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen hätten eine solche Stiftung, sagte deren Geschäftsführer Niels Lange. Einen Schwerpunkt lege sie darauf, die Thüringer über die Möglichkeiten ehrenamtlicher Arbeit zu informieren und bei bürokratischen Hürden zu helfen. Daten würden besagen, dass 47 Prozent der Menschen im Freistaat grundsätzlich Interessen an einem freiwilligen Engagement haben, aber nicht wissen wo das möglich ist. «Das sind noch einmal rund 510.000», so Lange.

In vielen Vereinen gehe es derzeit um einen Generationswechsel und die Nutzung digitaler Hilfen für die Vereinsarbeit. Zudem gebe es einen Trend weg von Ämtern. «Zunehmend wollen sich Menschen nicht um ein Amt kümmern, sondern um einzelne Projekte», sagte der Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung. Dem würde Rechnung getragen. Generell müsst sich die ehrenamtliche Arbeit auf diesen Trend einstellen.

© dpa
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