Schulessen: Elternvertreter warnen vor überzogenem Anspruch

Viele Eltern wünschen sich gesundes Schulessen für ihre Sprösslinge. Doch über Geschmack lässt sich streiten. Nicht alles schmeckt tatsächlich auch den Kindern - und landet dann in der Tonne.
Eine Mitarbeiterin verteilt in der Mensa einer Grundschule das Mittagsgericht. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Die Landeselternvertretung hat vor überzogenen Ansprüchen an die Qualität des Schulessens in Thüringen gewarnt. Erfahrungen zeigen, dass Schüler nicht selten andere Vorstellungen von gutem Essen haben als ihre Eltern, wie die Sprecherin der Landeselternvertretung, Claudia Koch, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zwar sei es grundsätzlich richtig und nachzuvollziehen, dass sich Eltern gesundes Essen für ihre Kinder wünschten. «Allerdings erleben wir da häufig: Je höher die Qualitätsansprüche der Eltern sind, desto mehr Essen wird auch weggeworfen.»

Verbraucherschutzminister Dirk Adams (Grüne) hatte jüngst die zuletzt gestiegene Qualität des Schulessens gelobt. Sie sei in der Vergangenheit teilweise messbar höher geworden.

Oftmals schmecke den Kindern nicht, was ihnen als besonders gesunde Kost vorgesetzt werde, sagte Koch. «Je mehr Vollkornnudeln es gibt, desto mehr landet auch im Eimer.» Dieses Phänomen tritt laut Koch in manchen Schulen gehäuft auf.

In Thüringen müssen sich die Eltern in diesem Schuljahr auf höhere Preise für das Schulessen ihrer Kinder einstellen. Bildungsministerium, Landeselternvertretung und der bei der Verbraucherzentrale angesiedelten Vernetzungsstelle Schulverpflegung gehen in den kommenden Monaten von deutlichen Preisaufschlägen aus.

Die Anforderungen an das Schulessen seien «sehr vom Publikum abhängig», sagte Koch. Dabei gebe es regionale, aber auch schulart-spezifische Unterschiede. Sie habe etwa den Eindruck, dass Eltern in Jena besonders hohe Ansprüche an die Mittagsverpflegung ihrer Kinder stellten, sagte Koch. Auch an manchen freien Schulen seien die Erwartungen der Eltern bisweilen besonders hoch.

Wichtig sei, die Debatten um eine gesunde Mittagsverpflegung nicht zu überziehen, mahnte Koch. Wenn das Essen «zu sehr in die gesunde Richtung getrieben» werde, würden es Kinder oft schlicht und einfach ablehnen. Ohnehin müssten sich Eltern immer darüber im Klaren sein, welche Möglichkeiten es vor Ort überhaupt gebe, Schülern möglichst gesunde Kost zu servieren. In Schulen ohne eigene Küche müsse Essen über einen längeren Zeitraum warmgehalten werden. Das begrenze die Vielfalt für ein besonders nahrhaftes Essen.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
WM-Achtelfinale: Elfmeterkrimi gegen Japan: Torhüter Livakovic Kroatiens Held
Tv & kino
Fernsehen: RBB: Aus für preisgekrönte Talkshow «Chez Krömer»
Tv & kino
Netflix: Guillermo del Toros «Pinocchio»: Ein Stop-Motion-Meisterwerk
People news
Leute: Anna Wilken wehrt sich gegen Reaktionen auf Schwangerschaft
Internet news & surftipps
Internet: Regierungschef Weil kritisiert und verlässt Twitter
Gesundheit
OECD: Lebenserwartung in EU 2021 wegen Corona gesunken
Das beste netz deutschlands
Sicherheitslücke: Chrome-Browser braucht dringend Update
Das beste netz deutschlands
Meldung an die Behörden: Klick gegen Hass im Netz: Hamburg schaltet Portal frei
Empfehlungen der Redaktion
Regional thüringen
Bildung: Claudia Koch neue Landeselternsprecherin für Schulen
Regional thüringen
Bildungsministerium: Preisaufschläge beim Schulessen: Entlastungen gefordert
Regional sachsen
Verpflegung: Kosten für Schulessen steigt immer weiter
Regional rheinland pfalz & saarland
Bildung: Sozialmediziner fordert Lernmittelfreiheit für Schulkinder
Regional berlin & brandenburg
Debatte: Brandenburg will Kita-Eltern entlasten
Regional niedersachsen & bremen
Schulen: Kostenloses Schulessen: 24.000 Unterschriften bei Petition
Regional baden württemberg
Fleischlos: Stuttgarter Ministerium: Zur Ernährung gehört auch Fleisch
Familie
Mit Kindern kochen: Sarah Wiener über Spaß am Essen: «Je früher, desto besser»