Ausbau der Energiespeicher-Forschung durch Uni-Neubauten

27.06.2022 Durch die zwei Erweiterungsbauten des Center for Energy and Environmental Chemistry (CEEC Jena II) der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sieht Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) das Land als Wissenschaftsstandort gestärkt. «Energiespeicherung ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts», sagte Tiefensee am Montag zum Richtfest in Jena. Nach Angaben der Uni war der Platz für innovative Ideen im Bereich der Forschung zu den Batterien beziehungsweise Energiespeichern der Zukunft zuvor ausgegangen.

Der Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee spricht in Erfurt. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Thematik habe mit der Ukrainekrise und der Drosselung der russischen Energieimporte aktuell noch einmal eine ganz neue Brisanz bekommen, sagte Tiefensee nach rund einem Jahr Bauarbeiten. «Das CEEC leistet in dieser Situation wichtige Pionierarbeit für die Batterieforschung weit über Deutschland hinaus.» «Ich bin sicher, dass kurze Wege und optimale Arbeitsbedingungen zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit führen werden», sagte Bauministerin Susanna Karawanskij (Linke).

Die Studentinnen und Studenten wie auch Beschäftigten an Thüringens größter Universität sollen ab 2023/24 in mehr als 40 Büroräumen und 60 Laboren exzellente Bedingungen finden, um neue Energiespeicher zu erforschen und die Batterie der Zukunft zu entwickeln. Nach der Fertigstellung soll es möglich sein, bereits vor Ort größere Mengen der aus den Forschungsergebnissen resultierenden Produkte zu produzieren.

Der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Walter Rosenthal, erklärte, im CEEC Jena werde in Zukunft nicht allein an elektrochemischen Energiespeichern wie Batterien und Superkondensatoren geforscht. «Auch Schlüsseltechnologien wie Photovoltaik und Wassertechnologie spielen eine Rolle. Die Bandbreite der Forschung reicht von der Polymerchemie über die Glaschemie bis zur Mineralogie und von der Theorie über die Herstellung und Verarbeitung von neuen Materialien bis zur Anwendung.»

Die Gesamtkosten der Neubauten belaufen sich auf rund 54 Millionen Euro, die von Bund, Land und EU sowie aus Geldern der Ernst-Abbe- und der Carl-Zeiss-Stiftung getragen werden. Rund 13 Millionen Euro werden aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

© dpa

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