Demonstrationen am Montag: Fast die Hälfte unangemeldet

In Thüringen sind nach Angaben der Polizei am Montag insgesamt rund 22.000 Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die im Zuge der Energiekrise steigendenden Preise und die Corona-Politik der Regierung zu demonstrieren. Alleine in Altenburg kamen rund 3100 Menschen zusammen, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Auch in Gera hätten sich etwa 2500 Menschen eingefunden. Ebenso seien Leinefelde (1800) Sonneberg (1500) und Weimar (1000) Schwerpunkte gewesen.
Demonstration gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und gegen Coronamaßnahmen am Montag. © Bodo Schackow/dpa

Von den insgesamt 43 Versammlungen waren 18 nach Polizeiangaben nicht angemeldet. Darunter waren etwa die Versammlungen in Ilmenau und Nordhausen mit jeweils rund 1000 Menschen wie auch Arnstadt mit einem Aufzug von rund 600 Menschen.

Die Versammlungen blieben in Thüringen laut Polizei weitgehend störungsfrei. Nach Angaben der Erfurter Polizei thematisierten die Kundgebungen und mitgeführte Transparente «die aktuelle politische Lage, die bekannte Corona-Politik sowie den Ukraine/Russland-Konflikt und die derzeitige Energiekrise». Es sei zu keinen relevanten Zwischenfällen gekommen. Der Verkehr sei durch den Umzug jedoch gestört worden. Schon in den Vorwochen waren mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen.

Auf Plakaten in Gera hieß es am Montag unter anderem «Früher hatten wir Ehre und Stolz, heute haben wir Habeck und Scholz» und «Wir sind die rote Linie». Angeführt wurde der Demonstrationszug hier von Menschen, die Flaggen der Gruppierung «Freies Thüringen» trugen. Die Gruppierung ist bisher vor allem im Umfeld von Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen in Erscheinung getreten. Ihr Äquivalent ist die Partei «Freie Sachsen», die im vergangenen Jahr gegründet wurde und vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wird. Laut sächsischem Verfassungsschutz ist die Partei rechtsextrem.

Die Proteste gewannen zuletzt insbesondere in Ostdeutschland an Zulauf. Mehr als 100.000 Menschen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei am Tag der Deutschen Einheit vor etwa zwei Wochen bei Dutzenden Kundgebungen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

© dpa
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